Wie kann ich die Reichweite meines WLANs verbessern?

Lesedauer: 16 Min
Aktualisiert: 29. März 2026 21:49

Die WLAN-Reichweite verbesserst du meist nicht durch einen einzelnen Trick, sondern durch die richtige Position des Routers, das passende Funkband, weniger Störquellen und eine sinnvolle Erweiterung des Netzes. Genau an diesen Punkten geht in vielen Wohnungen und Häusern unnötig viel Signal verloren.

Schwaches WLAN fühlt sich im Alltag schnell wie ein allgemeines Internetproblem an. Seiten laden träge, Videokonferenzen ruckeln, Streams wechseln die Qualität, und in manchen Räumen bricht die Verbindung ganz ab. Oft ist aber nicht der Anschluss selbst zu langsam, sondern das Funksignal kommt am Nutzungsort nur noch geschwächt an. Das ist ein wichtiger Unterschied, weil sich die Lösung dadurch komplett verändert. Ein schnellerer Tarif behebt kein Signalproblem in der hinteren Ecke der Wohnung.

Hinzu kommt, dass WLAN in jedem Zuhause etwas anders reagiert. In einer kleinen Wohnung mit wenigen Wänden reicht oft schon ein guter Router-Standort, damit fast alles sauber läuft. In einem Altbau mit dicken Wänden, in einem Haus mit mehreren Etagen oder in einer Wohnung mit langem Flur, vielen Türen und viel Technik stößt ein einzelner Router deutlich schneller an Grenzen. Gerade deshalb lohnt es sich, die Reichweite nicht mit einem einzigen Produkt oder einer einzelnen Hoffnung anzugehen, sondern Schritt für Schritt.

Am meisten bringt es, zuerst die einfachsten Ursachen zu prüfen: Wo steht der Router, welches Funkband nutzt du, welche Hindernisse liegen auf dem Weg, und wie stark ist das Signal überhaupt an den Problemstellen? Erst danach solltest du über Repeater, Mesh oder einen zusätzlichen Access Point nachdenken. Wer diese Reihenfolge einhält, kommt fast immer schneller zu einem stabileren Netz.

Warum das WLAN trotz gutem Tarif oft zu schwach ist

Viele verwechseln Bandbreite mit Reichweite. Ein Anschluss kann auf dem Papier schnell sein und trotzdem in der Wohnung schlecht ankommen. Das liegt daran, dass WLAN nicht einfach überall gleich stark bleibt. Das Signal wird mit jeder Wand, jeder Decke und jedem Möbelstück schwächer. Dazu kommen Störungen durch andere Netze, durch Technik im Haushalt und durch ungünstige Router-Positionen.

Gerade 5-GHz-WLAN liefert in der Nähe des Routers oft hohe Geschwindigkeiten, verliert aber über Distanz und durch Wände schneller an Stärke. 2,4 GHz kommt meist weiter, ist dafür oft stärker belastet und langsamer. Wenn ein Gerät also am Router sehr gut läuft, zwei Räume weiter aber kaum noch, bedeutet das nicht automatisch, dass der Router schlecht ist. Es bedeutet zunächst nur, dass das Signal unterwegs zu viel verliert oder am falschen Band hängt.

Ein weiterer Punkt ist die Erwartung. Viele möchten mit einem einzigen Router Keller, Wohnzimmer, Homeoffice, Schlafzimmer und vielleicht noch den Balkon gleichmäßig versorgen. Das klappt in manchen Grundrissen, in vielen aber nicht. Dann ist nicht unbedingt etwas defekt. Das Netz passt schlicht nicht gut genug zur Wohnsituation.

Woran du erkennst, wo das Problem liegt

Bevor du etwas veränderst, solltest du prüfen, wo genau die Schwäche entsteht. Das spart später viel Zeit. Wenn das WLAN direkt am Router schon instabil ist, liegt die Ursache eher nicht an der Reichweite, sondern eher am Router selbst, an einer Überlastung, an fehlerhaften Einstellungen oder sogar am Anschluss. Wenn die Verbindung in Router-Nähe sauber läuft, in einem bestimmten Raum aber einbricht, ist die Richtung klarer: Dann geht es um Funkstrecke, Hindernisse oder die Verteilung im Zuhause.

Ebenso wichtig ist die Frage, ob alle Geräte betroffen sind oder nur einzelne. Wenn nur das ältere Tablet schwächelt, das Notebook aber sauber läuft, musst du das Gerät mitdenken. Wenn alle Geräte in demselben Bereich schlecht werden, ist die Ursache fast immer das Signal an diesem Ort. Auch die Tageszeit kann helfen. Wenn das WLAN abends in einem Mehrfamilienhaus deutlich schlechter wird, spielt oft zusätzlich eine hohe Funkbelastung in der Umgebung hinein.

Prüfe außerdem, ob das Problem nur im WLAN auftritt oder auch per Kabel. Wenn kabelgebundene Geräte stabil laufen, liegt der Schwachpunkt meist klar im Funknetz und nicht am Internetanschluss selbst. Genau diese Trennung ist wichtig, weil du sonst am falschen Ende suchst.

In dieser Reihenfolge gehst du am besten vor

Wenn du die WLAN-Reichweite verbessern willst, ist diese Abfolge am sinnvollsten:

  1. Router-Standort prüfen.
  2. 2,4 GHz und 5 GHz bewusst vergleichen.
  3. Störquellen und Hindernisse im Umfeld des Routers verringern.
  4. Problemstellen in der Wohnung gezielt testen.
  5. Endgeräte und deren Verbindung einzeln prüfen.
  6. Router neu starten und bei Bedarf aktualisieren.
  7. Erst danach über Repeater, Mesh oder Access Point nachdenken.
  8. Bei großen Wohnungen oder mehreren Etagen die Netzstruktur erweitern.

Diese Reihenfolge ist so hilfreich, weil sie mit den Punkten beginnt, die am häufigsten die Reichweite verschlechtern und sich oft sofort verbessern lassen. Viele kaufen zu früh zusätzliche Technik, obwohl der Router schon an einem schlechten Platz steht oder die Geräte einfach ständig am falschen Band hängen.

Der Router-Standort ist oft der größte Hebel

In sehr vielen Haushalten steht der Router nicht dort, wo er funktechnisch sinnvoll wäre, sondern dort, wo der Anschluss liegt oder wo das Gerät optisch am wenigsten stört. Das ist nachvollziehbar, aber für die Reichweite oft ungünstig. Ein Router im Flur auf dem Schrank arbeitet meist besser als derselbe Router in einem TV-Möbel, hinter einer Kommode oder auf dem Boden in einer Ecke.

Anleitung
1Router-Standort prüfen.
22,4 GHz und 5 GHz bewusst vergleichen.
3Störquellen und Hindernisse im Umfeld des Routers verringern.
4Problemstellen in der Wohnung gezielt testen.
5Endgeräte und deren Verbindung einzeln prüfen.

WLAN breitet sich nicht sauber durch alles hindurch aus. Dicke Wände, Stahlbeton, große Spiegel, Heizkörper, Metallregale und sogar Aquarien können das Signal deutlich dämpfen. Deshalb sollte der Router möglichst frei, erhöht und nicht eingeklemmt stehen. Schon ein Standortwechsel um ein oder zwei Meter kann spürbar etwas ändern, wenn der Router dadurch weniger Hindernisse direkt um sich herum hat.

Wichtig ist auch die zentrale Position. Wer den Router ganz an ein Ende der Wohnung stellt, verschenkt Reichweite zur anderen Seite. In einem langen Grundriss oder in einem Haus mit mehreren Etagen ist das besonders sichtbar. Dann hilft oft schon eine etwas zentralere Aufstellung mehr als viele spätere Feineinstellungen.

2,4 GHz oder 5 GHz: Das richtige Band macht viel aus

Ein sehr häufiger Grund für vermeintlich schlechtes WLAN ist das falsche Funkband am falschen Ort. 5 GHz ist in Router-Nähe oft schneller und ruhiger, verliert durch Wände aber schneller an Stärke. 2,4 GHz reicht meist weiter, ist dafür oft langsamer und stärker belegt. Wenn du also zwei oder drei Räume entfernt sitzt, kann 2,4 GHz trotz geringerer Maximalgeschwindigkeit die stabilere Wahl sein.

Viele Router bündeln beide Bänder unter einem Namen. Das ist bequem, macht die Fehlersuche aber manchmal unklar. Wenn du Reichweitenprobleme hast, lohnt sich ein bewusster Test. Läuft das Gerät am Problemort im 5-GHz-Band schlecht, im 2,4-GHz-Band aber stabiler, ist die Richtung klar. Dann brauchst du dort nicht unbedingt mehr Tempo, sondern eine Verbindung, die sauber durchhält.

Umgekehrt gilt auch: Wenn du in Router-Nähe arbeitest und trotzdem im 2,4-GHz-Band hängst, verschenkst du oft Qualität. In diesem Bereich bringt 5 GHz meist die bessere Leistung. Reichweite zu verbessern heißt also nicht nur, das Signal weiter zu bringen, sondern auch, das passende Band am passenden Ort zu nutzen.

Hindernisse und Störquellen im Zuhause

Nicht jede Reichweitenschwäche entsteht nur durch Abstand. Oft verschlechtert die Umgebung das Signal zusätzlich. Dicke Wände sind dabei nur ein Teil. Auch Möbel, Metall, große Elektrogeräte und andere Funkquellen können das Netz unruhiger machen.

Besonders auffällig ist das bei Routern, die direkt neben Fernsehern, Spielkonsolen, NAS-Geräten, Lautsprechern, Babyphones oder anderen Funk- und Netzgeräten stehen. Dort sammelt sich Technik auf engem Raum, und das ist für stabiles WLAN oft schlechter als nötig. Auch Küchen und Bereiche mit vielen Elektrogeräten sind nicht ideal, wenn es um saubere Funkversorgung geht.

In Mehrfamilienhäusern spielt zusätzlich die Nachbarschaft hinein. Wenn viele Netze auf ähnlichen Kanälen funken, wird das 2,4-GHz-Band schnell unruhig. Das heißt nicht, dass dein WLAN zwangsläufig schlecht sein muss, aber es erklärt, warum ein Netz an manchen Orten empfindlicher reagiert, obwohl dein eigener Router technisch in Ordnung ist.

So testest du die Problemstellen richtig

Wenn du nur aus dem Gefühl heraus arbeitest, verlierst du schnell den Überblick. Besser ist es, die Problemstellen bewusst zu testen. Geh mit einem Notebook oder Smartphone in die Räume, in denen das WLAN schwach ist, und vergleiche dort Signalstärke und Verhalten. Wichtig ist dabei nicht nur, ob „noch WLAN da ist“, sondern ob das Netz für den Alltag reicht: Seitenaufbau, Videoanruf, Streaming, Datei-Download.

Prüfe außerdem, ob die Schwäche immer an derselben Stelle auftritt oder nur in bestimmten Zonen. Oft reicht schon ein halber Raum weiter oder eine andere Position am Schreibtisch, um deutlich bessere Werte zu bekommen. Dann weißt du, dass nicht der ganze Raum problematisch ist, sondern die genaue Funkstrecke an einem bestimmten Punkt.

Wenn du mehrere Etagen hast, teste nicht nur horizontal, sondern auch vertikal. Decken dämpfen das Signal häufig stärker, als viele erwarten. Ein Router im Erdgeschoss versorgt das obere Stockwerk nicht automatisch sauber, nur weil die Luftlinie kurz wirkt.

Der Router selbst kann ebenfalls die Grenze sein

Nicht jedes Reichweitenproblem ist nur ein Standortproblem. Ein älterer Router mit schwächerem Funkmodul, wenig Antennen oder ungünstiger interner Technik stößt schneller an seine Grenzen als ein moderneres Gerät. Das merkst du vor allem dann, wenn der Standort bereits ordentlich ist, das Band sinnvoll gewählt wurde und die Reichweite trotzdem in mehreren Bereichen zu schwach bleibt.

Das heißt nicht, dass jeder sofort einen neuen Router braucht. Es heißt nur, dass der Router als Baustein ehrlich bewertet werden sollte. Gerade ältere Geräte aus Provider-Beständen liefern zwar oft ein brauchbares Grundnetz, sind in größeren Wohnungen oder Häusern aber nicht immer die beste Lösung für stabile Reichweite.

Wenn dein Router schon lange läuft, lohnt sich außerdem ein Neustart und ein Blick auf die Einstellungen. Nicht weil das jede Reichweitenschwäche magisch löst, sondern weil ein festgefahrener oder überlasteter Router die Lage unnötig verschlechtern kann. Auch eine aktuelle Firmware schadet in solchen Fällen nicht.

Repeater: Hilfreich, aber nur am richtigen Platz

Repeater werden oft zu früh gekauft und zu schlecht platziert. Das häufigste Missverständnis ist dieses: Der Repeater kommt genau dorthin, wo das WLAN fast weg ist. Das klingt logisch, ist aber meistens falsch. Ein Repeater braucht selbst noch ein ausreichend gutes Signal vom Router. Wenn er schon nur ein schlechtes Signal empfängt, verteilt er am Ende nur ein schwaches Netz weiter.

Der bessere Platz liegt meist irgendwo zwischen Router und Problemzone. Dort, wo das ursprüngliche WLAN noch ordentlich ankommt, aber schon merklich schwächer wird. Genau an dieser Stelle kann ein Repeater sinnvoll verstärken. Wenn du ihn zu weit weg stellst, wächst zwar die Reichweite auf dem Papier, die Qualität der Verbindung bleibt aber schwach.

Repeater sind besonders dann nützlich, wenn du nur einen einzelnen problematischen Bereich verbessern willst. Für sehr große Wohnungen, mehrere Etagen oder stark verwinkelte Grundrisse sind sie nicht immer die eleganteste Lösung. Dann kann Mesh oder ein zusätzlicher Access Point die bessere Wahl sein.

Mesh-Systeme: Wann sie wirklich sinnvoll sind

Ein Mesh-System ist dann stark, wenn ein einzelner Router die Fläche nicht mehr sauber versorgen kann und du eine gleichmäßigere Abdeckung brauchst. Besonders in größeren Wohnungen, in Häusern mit mehreren Etagen oder bei langen Fluren mit mehreren problematischen Bereichen spielt Mesh seine Stärke aus.

Der Vorteil liegt nicht nur in mehr Reichweite, sondern in einer besseren Verteilung. Statt dass ein einzelner Router alles schaffen muss, teilen mehrere Knoten die Versorgung auf. Dadurch wird das Netz in Problemzonen nicht nur sichtbar, sondern oft auch deutlich stabiler. Das ist der entscheidende Unterschied zu reinem Hoffen auf „noch ein bisschen mehr Balken“.

Wichtig ist aber auch hier die Platzierung. Ein Mesh-Knoten darf nicht schon am Funklimit hängen. Wenn der Knoten selbst schlecht angebunden ist, bringt auch das beste Mesh-System wenig. Deshalb gilt dieselbe Grundregel wie beim Repeater: nicht an die tote Ecke, sondern an einen Punkt, an dem das Netz noch gut genug ankommt.

Access Point oder Kabel statt noch mehr Funk

Wenn du die Möglichkeit hast, ein Netzwerkkabel in einen problematischen Bereich zu bringen, ist ein zusätzlicher Access Point oft die sauberste Lösung. Das gilt besonders für Homeoffice, Arbeitszimmer, Keller oder obere Etagen, in denen das WLAN dauerhaft stabil sein soll.

Ein kabelgebunden angebundener Access Point muss das Signal nicht erst aus der Luft fischen wie ein Repeater. Er bekommt eine stabile Zuleitung und erzeugt vor Ort ein frisches WLAN. Genau deshalb ist diese Lösung oft leistungsfähiger und ruhiger als eine reine Funkverlängerung. Sie ist etwas aufwendiger, aber gerade in schwierigen Grundrissen oft die bessere Investition.

Auch für stationäre Geräte gilt: Wenn es möglich ist, nimm Kabel. Fernseher, Desktop-PCs, Konsolen oder Arbeitsplätze profitieren oft deutlich davon. Jedes Gerät, das nicht mehr per WLAN senden und empfangen muss, entlastet das Funknetz zusätzlich.

Wenn das WLAN nur in einem Raum schwach ist

Dieses Muster ist sehr häufig. Das WLAN läuft im Wohnzimmer gut, im Schlafzimmer oder Arbeitszimmer aber schlecht. Dann liegt die Ursache meist nicht im ganzen Netz, sondern an der Strecke genau dorthin. Eine tragende Wand, ein ungünstiger Flur, ein großer Schrank oder ein versetzter Grundriss reichen dafür oft schon aus.

In solchen Fällen solltest du zuerst die Linie zwischen Router und Problemraum betrachten. Wo verliert das Signal am meisten? Gibt es eine Position für Router, Repeater oder Mesh-Knoten, die diese Strecke günstiger macht? Oft lässt sich die Problemzone gezielt verbessern, ohne das gesamte Netz umzubauen.

Ein zusätzlicher Vorteil dieser Denkweise: Du suchst nicht überall gleichzeitig. Statt zu sagen „das WLAN ist schlecht“, arbeitest du mit einer konkreten Schwäche an einer konkreten Stelle. Genau das führt meist schneller zu einer brauchbaren Lösung.

Wenn das WLAN im ganzen Zuhause schwach ist

Wenn mehrere Räume betroffen sind und die Verbindung praktisch überall abnimmt, sieht die Sache anders aus. Dann reicht ein kleiner Standortwechsel zwar manchmal schon, oft ist aber die Gesamtstruktur des Netzes zu knapp. Ein einzelner Router in einer ungünstigen Ecke kann dann die ganze Wohnung oder das ganze Haus nicht mehr sauber versorgen.

In solchen Fällen ist es sinnvoll, früher über Mesh oder einen zusätzlichen Access Point nachzudenken. Es geht dann nicht mehr nur um eine kleine Verbesserung, sondern um eine realistischere Verteilung der Funkversorgung. Gerade Häuser mit zwei oder drei Etagen und Wohnungen mit langem, verwinkeltem Zuschnitt profitieren davon deutlich stärker als von einem einzelnen Repeater in letzter Verzweiflung.

Auch der Routertyp wird in dieser Situation wichtiger. Wenn das Gerät älter ist oder schon in normal großen Wohnungen auffällig schwach arbeitet, solltest du es als begrenzenden Faktor ehrlich mitdenken.

Drei typische Wohnsituationen und was meist hilft

Altbau mit dicken Wänden

Hier kommt das Signal oft schlechter durch, selbst wenn die Entfernung gar nicht groß ist. 2,4 GHz kann an einzelnen Stellen die stabilere Wahl sein, langfristig helfen aber oft zentralerer Router-Standort, Mesh oder ein zusätzlicher Access Point mehr als jede kleine Menüänderung.

Haus mit mehreren Etagen

Hier sind Decken oft der größere Feind als Wände. Ein einzelner Router im Erdgeschoss reicht selten sauber bis ins Dachgeschoss. In solchen Fällen ist ein zusätzlicher Knoten pro Etage oder ein kabelgebundener Access Point meistens die stärkere Lösung.

Lange Wohnung mit Router am Rand

Hier verliert das Signal über Distanz und Hindernisse. Schon ein etwas zentralerer Standort bringt oft mehr, als man zunächst denkt. Wenn das baulich nicht geht, ist eine gezielte Erweiterung in der Mitte meist sinnvoller als ein Repeater ganz am Ende.

Was du lieber nicht tun solltest

Ein paar Dinge verschlechtern die Lage eher, als dass sie helfen. Dazu gehört vor allem blindes Einkaufen ohne vorherige Prüfung. Ein Repeater heilt keine schlechte Router-Position automatisch. Ein neuer Tarif behebt keine Funklöcher. Und ein noch stärkerer Router macht aus einem schlechten Standort nicht plötzlich einen guten.

Ebenso ungünstig ist es, Router und Erweiterungen in Schränken, hinter Fernsehern oder direkt neben viel anderer Technik zu verstecken. Das mag ordentlich aussehen, kostet aber oft genau die Reichweite, die später schmerzlich fehlt.

Auch wildes Herumstellen von Kanälen, Bändern und Funktionen ohne klare Tests bringt selten etwas. Besser ist immer ein sauberer Vergleich nach jeder Änderung. Sonst weißt du am Ende nicht, was wirklich geholfen hat.

So gehst du Schritt für Schritt richtig vor

Wenn du die WLAN-Reichweite verbessern willst, hilft diese Abfolge am meisten:

  1. Router freier und möglichst zentral aufstellen.
  2. Höhenunterschiede und Hindernisse rund um den Router verringern.
  3. 2,4 GHz und 5 GHz am Problemort bewusst vergleichen.
  4. Problemräume einzeln testen.
  5. Endgeräte und deren Verhalten getrennt prüfen.
  6. Router neu starten und Einstellungen sauber prüfen.
  7. Bei einem einzelnen Problemraum einen Repeater sinnvoll platzieren.
  8. Bei mehreren Problemzonen über Mesh oder Access Point nachdenken.
  9. Stationäre Geräte nach Möglichkeit per Kabel anbinden.
  10. Erst danach über neue Hardware als Gesamtlösung entscheiden.

Diese Abfolge spart Zeit, weil sie nicht sofort mit zusätzlicher Technik beginnt. Häufig wird das Netz schon deutlich besser, wenn der Router sinnvoller steht und die Geräte am passenden Band arbeiten.

Häufige Fragen

Warum ist mein WLAN im selben Raum gut, zwei Räume weiter aber schlecht?

Weil das Signal unterwegs an Wänden, Möbeln und Distanz verliert. Besonders 5 GHz bricht durch Hindernisse schneller ein. Dann ist oft nicht der Anschluss zu langsam, sondern das Signal kommt am Ziel zu schwach an.

Hilft ein Repeater immer?

Nein. Ein Repeater hilft nur dann gut, wenn er selbst noch ein ordentliches Signal vom Router bekommt. Zu weit weg platziert verteilt er oft nur ein schon schwaches Netz weiter.

Ist 2,4 GHz immer besser für die Reichweite?

Für die reine Reichweite oft ja, für Tempo und Ruhe nicht immer. 2,4 GHz kommt meist weiter, ist aber häufiger stärker belastet. Deshalb lohnt sich der Vergleich je nach Raum und Gerät.

Brauche ich sofort ein Mesh-System?

Nicht unbedingt. In kleineren Wohnungen reicht oft schon ein besserer Router-Standort oder ein sinnvoll platzierter Repeater. Mesh lohnt sich besonders bei größeren Flächen oder mehreren Problemzonen.

Warum bringt ein schnellerer Tarif nichts?

Weil Reichweite und Tarif zwei verschiedene Dinge sind. Ein schneller Anschluss nützt wenig, wenn das Signal am Nutzungsort schon zu schwach ankommt.

Was ist besser: Repeater oder Access Point?

Wenn ein Netzwerkkabel möglich ist, ist ein Access Point oft die stärkere Lösung. Er bekommt eine stabile Zuleitung und baut vor Ort ein frisches WLAN auf. Ein Repeater arbeitet dagegen rein über Funk.

Sollte der Router hoch oder niedrig stehen?

Eher höher und frei. Ein Router auf dem Boden oder hinter Möbeln verschenkt oft Reichweite. Eine freie Position auf einem Regal oder Sideboard ist meist deutlich günstiger.

Können andere Geräte das WLAN stören?

Ja. Andere Funkquellen, viel Technik direkt neben dem Router und dicht belegte Umgebungen können das Netz unruhiger machen. Das ist besonders in Mehrfamilienhäusern spürbar.

Wann ist ein neuer Router sinnvoll?

Wenn der Standort bereits gut ist, das Netz sinnvoll aufgebaut wurde und die Reichweite trotzdem in mehreren Bereichen zu schwach bleibt. Dann kann der Router selbst zum begrenzenden Faktor geworden sein.

Warum ist das WLAN abends schlechter?

Dann ist oft die Funkumgebung stärker belastet, besonders in dicht besiedelten Wohnlagen. Es kann auch daran liegen, dass im eigenen Haushalt abends mehr Geräte gleichzeitig aktiv sind.

Fazit

Wenn du die WLAN-Reichweite verbessern willst, bringt in den meisten Fällen keine einzelne Wunderlösung den entscheidenden Unterschied. Am meisten hilft eine Kombination aus besserem Router-Standort, passendem Funkband, weniger Hindernissen und einer Netzstruktur, die zur Wohnsituation passt. Genau dort entstehen die größten Verbesserungen.

Am sinnvollsten ist es, zuerst den Router und die Problemräume nüchtern zu prüfen und erst danach zusätzliche Technik einzusetzen. In kleineren Wohnungen reicht oft schon ein besserer Standort oder das passende Band. In größeren Wohnungen und Häusern führen Mesh, Repeater oder ein zusätzlicher Access Point meist deutlich weiter. Wer so vorgeht, bekommt nicht nur mehr Reichweite, sondern vor allem ein WLAN, das im Alltag spürbar zuverlässiger arbeitet.

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