Augenarzt für trockene Augen: Welche Behandlungen wirklich helfen können

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Aktualisiert: 6. August 2026 04:59
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Trockene Augen lassen sich oft lindern, aber die passende Behandlung hängt von der Ursache ab. Bei leichten Beschwerden helfen häufig befeuchtende Tropfen, regelmässige Bildschirmpausen und eine bessere Luftfeuchtigkeit. Halten Brennen, Fremdkörpergefühl, Rötung oder wechselndes Sehen an, sollte eine augenärztliche Untersuchung klären, ob eine Benetzungsstörung, eine Entzündung der Lidkanten oder eine andere Erkrankung dahintersteckt.

Der Augenarzt beurteilt nicht nur, wie trocken sich die Augen anfühlen. Er prüft auch den Tränenfilm, die Lidränder, die Hornhaut und mögliche Auslöser. Erst danach lässt sich entscheiden, ob künstliche Tränen genügen oder eine weitergehende Behandlung sinnvoll ist.

Warum trockene Augen ärztlich abgeklärt werden sollten

Trockene Augen entstehen meist, wenn zu wenig Tränenflüssigkeit gebildet wird, der Tränenfilm zu schnell verdunstet oder seine Zusammensetzung nicht stabil ist. Der Tränenfilm besteht aus mehreren Schichten und schützt die Augenoberfläche. Wenn eine dieser Schichten nicht ausreichend funktioniert, können Reizungen und kleine Schäden an der Hornhaut entstehen.

Häufige Auslöser sind lange Bildschirmzeiten, trockene Raumluft, Kontaktlinsen, bestimmte Medikamente und Veränderungen an den Lidern. Auch Erkrankungen oder Entzündungen können eine Rolle spielen. Die Beschwerden allein zeigen jedoch nicht zuverlässig, welcher Mechanismus betroffen ist.

Eine Untersuchung ist besonders sinnvoll, wenn die Symptome über mehrere Tage oder Wochen bestehen, wiederkehren oder den Alltag beeinträchtigen. Sofortige medizinische Hilfe ist nötig, wenn starke Schmerzen, eine deutliche Sehverschlechterung, ausgeprägte Lichtempfindlichkeit, eine Verletzung oder ein plötzlich einseitig rotes Auge hinzukommen.

Was bei der Untersuchung auf trockene Augen passiert

Zu Beginn fragt der Augenarzt nach Beschwerden, Tageszeit, Bildschirmarbeit, Kontaktlinsen, Medikamenten und bekannten Erkrankungen. Auch die Umgebung kann wichtig sein: Klimaanlage, Heizung, Zugluft oder staubige Arbeitsplätze verstärken die Verdunstung des Tränenfilms.

An der Spaltlampe werden die Augenoberfläche, die Hornhaut und die Bindehaut vergrössert betrachtet. Dabei lassen sich Reizungen, kleine oberflächliche Veränderungen und Auffälligkeiten an den Lidern erkennen. Zusätzlich kann geprüft werden, wie schnell der Tränenfilm aufreisst und ob genügend Tränenflüssigkeit vorhanden ist.

Bei auffälligen Lidrändern untersucht der Arzt auch die Drüsen, die den öligen Anteil des Tränenfilms liefern. Sind diese Drüsen verstopft oder entzündet, verdunstet die Tränenflüssigkeit schneller. In diesem Fall reicht eine reine Befeuchtung oft nicht aus, weil die Ursache an den Lidern behandelt werden muss.

Künstliche Tränen: Die häufigste erste Behandlung

Künstliche Tränen ersetzen die fehlende oder instabile Feuchtigkeit auf der Augenoberfläche. Sie können Brennen, Reiben und ein sandiges Gefühl verringern, behandeln aber nicht jede zugrunde liegende Ursache. Die Auswahl richtet sich unter anderem danach, wie oft du Tropfen brauchst und ob zusätzlich eine Entzündung oder eine Lidrandstörung vorliegt.

Bei gelegentlichen Beschwerden reichen oft dünnflüssige Präparate. Wenn die Augen rasch wieder trocken werden, können gelartige Tropfen oder dickflüssigere Produkte länger auf der Oberfläche bleiben. Sie können das Sehen vorübergehend verschleiern und werden deshalb häufig eher abends verwendet.

Wer mehrmals täglich tropfen muss, sollte den Augenarzt oder die Apotheke nach konservierungsmittelfreien Präparaten fragen. Konservierungsmittel können bei häufiger Anwendung die Augenoberfläche zusätzlich reizen. Nicht jedes Produkt passt zu jeder Situation, insbesondere bei Kontaktlinsen, nach Operationen oder bei ausgeprägter Entzündung.

Die richtige Anwendung zählt: Wasche deine Hände, berühre mit der Tropferspitze weder Auge noch Wimpern und halte den vom Arzt oder in der Packungsbeilage genannten Abstand zwischen verschiedenen Augentropfen ein.

Behandlung der Lidränder und Meibom-Drüsen

Wenn die ölbildenden Drüsen an den Lidern nicht richtig arbeiten, verdunstet der Tränenfilm besonders schnell. Typische Hinweise sind verklebte oder gerötete Lidränder, morgendliche Krusten und Beschwerden, die bei Wind oder Heizungsluft deutlich zunehmen.

Eine regelmässige Lidrandpflege kann dann ein wichtiger Bestandteil der Behandlung sein. Eine warme, nicht heisse Kompresse kann die Ablagerungen an den Lidern aufweichen. Anschliessend werden die Lider vorsichtig gereinigt. Welche Produkte und welche Häufigkeit geeignet sind, sollte sich nach dem Befund richten.

Bei stärker ausgeprägten Veränderungen kann der Augenarzt weitere Verfahren erwägen. Dazu gehören je nach Ursache eine professionelle Reinigung, eine Behandlung der Lidrandentzündung oder verschreibungspflichtige Medikamente. Wärme allein genügt nicht, wenn eine deutliche Entzündung oder eine andere Erkrankung vorliegt.

Entzündung gezielt behandeln

Trockene Augen können mit einer Entzündungsreaktion verbunden sein. Dann sind die Beschwerden nicht nur ein Feuchtigkeitsproblem. Je nach Untersuchung kann der Augenarzt zeitlich begrenzt entzündungshemmende Augentropfen verordnen oder eine andere Therapie empfehlen.

Solche Medikamente solltest du nicht eigenständig auswählen oder über längere Zeit anwenden. Besonders bei kortisonhaltigen Tropfen sind Kontrollen wichtig, weil sie unter bestimmten Bedingungen den Augeninnendruck erhöhen oder Infektionen begünstigen können. Auch frei verkäufliche Tropfen gegen rote Augen sind keine dauerhafte Behandlung der trockenen Augen.

Wenn eine Allgemeinerkrankung, ein Medikament oder eine Hauterkrankung die Beschwerden mitverursacht, kann die Behandlung mehrere Schritte umfassen. Änderungen an verordneten Medikamenten dürfen nur mit der zuständigen ärztlichen Praxis besprochen werden.

Tränenabfluss verschliessen: Wann dieser Schritt infrage kommt

Bei manchen Menschen wird die Tränenflüssigkeit zu schnell über die ableitenden Tränenwege abtransportiert. Der Augenarzt kann in ausgewählten Fällen kleine Öffnungen am inneren Augenwinkel vorübergehend oder dauerhaft verschliessen. Dadurch bleibt die vorhandene Tränenflüssigkeit länger auf der Augenoberfläche.

Diese Behandlung ist nicht für jedes trockene Auge geeignet. Vorher muss geprüft werden, ob die Tränenwege frei sind und ob eine Entzündung, Infektion oder starke Reizung vorliegt. Bei tränenden Augen oder bestimmten Erkrankungen kann ein Verschluss die Beschwerden verschlimmern.

Was du im Alltag selbst verändern kannst

Alltagsmassnahmen unterstützen die ärztliche Behandlung, ersetzen sie bei anhaltenden Beschwerden aber nicht. Ziel ist, die Verdunstung zu verringern und die Augenoberfläche regelmässig zu entlasten.

  • Platziere den Bildschirm so, dass du leicht nach unten blickst. Dadurch ist die Lidspalte oft etwas kleiner und die Augenoberfläche weniger stark der Raumluft ausgesetzt.
  • Unterbrich längere Bildschirmphasen regelmässig und blicke bewusst in die Ferne. Häufiges vollständiges Blinzeln verteilt den Tränenfilm besser als ein starrer Blick auf den Monitor.
  • Richte Heizungen, Ventilatoren und Klimaanlagen nicht direkt auf das Gesicht. Zugluft kann die Verdunstung deutlich verstärken.
  • Lüfte regelmässig und achte bei sehr trockener Raumluft auf eine angemessene Luftfeuchtigkeit. Das Gerät zur Befeuchtung sollte sauber gehalten werden.
  • Trage Kontaktlinsen nicht länger als empfohlen. Bei Beschwerden ist eine Pause sinnvoll, bis die Augen wieder reizfrei sind oder der Augenarzt eine andere Empfehlung gibt.
  • Vermeide Rauch und andere Reizstoffe. Sie können die Bindehaut zusätzlich belasten.

Ausreichendes Trinken unterstützt den Körper, ist aber keine alleinige Behandlung für trockene Augen. Auch Nahrungsergänzungsmittel solltest du nicht automatisch als Lösung betrachten. Ob sie in deinem Fall sinnvoll sind, hängt von Ernährung, Vorerkrankungen und der medizinischen Einschätzung ab.

Welche Fehler die Beschwerden verlängern können

Ein häufiger Fehler ist, nur den kurzfristigen Effekt einer Tropfenflasche zu beurteilen. Wenn ein Präparat brennt, die Sicht länger verschleiert oder die Beschwerden trotz regelmässiger Anwendung zunehmen, solltest du die Auswahl überprüfen lassen. Mehr Tropfen sind nicht automatisch besser.

Auch eine selbst begonnene Behandlung mit alten Augentropfen ist riskant. Geöffnete Präparate können verunreinigt sein, und ein Mittel, das bei einer früheren Erkrankung geholfen hat, passt nicht zwingend zur jetzigen Ursache.

Kontaktlinsen trotz deutlicher Reizung weiterzutragen, kann die Augenoberfläche zusätzlich belasten. Gleiches gilt für starkes Reiben. Bei einem Fremdkörpergefühl sollte zuerst geklärt werden, ob tatsächlich nur Trockenheit vorliegt.

So bereitest du den Termin vor

Notiere vor dem Termin, wann die Beschwerden auftreten und wodurch sie besser oder stärker werden. Hilfreich sind Angaben zu Bildschirmarbeit, Kontaktlinsen, Medikamenten, Kosmetik und bekannten Erkrankungen. Nimm verwendete Augentropfen oder deren Verpackungen mit, damit der Arzt die Inhaltsstoffe beurteilen kann.

Beschreibe auch, ob ein oder beide Augen betroffen sind und ob Schmerzen, Lichtempfindlichkeit oder eine Sehverschlechterung hinzukommen. Diese Informationen helfen, trockene Augen von anderen Ursachen zu unterscheiden und die Behandlung sinnvoll zu planen.

Für die nächste Entscheidung: Kläre beim Termin, welche Ursache vermutet wird, wie lange du die empfohlene Behandlung anwenden sollst, woran du eine Besserung erkennst und wann eine Kontrolle notwendig ist.

Wann eine schnelle Abklärung notwendig ist

Leichte Trockenheitsbeschwerden sind meist kein Notfall. Eine rasche augenärztliche Abklärung ist jedoch wichtig, wenn das Sehen plötzlich schlechter wird, starke Schmerzen auftreten oder das Auge nach einer Verletzung gerötet ist.

Auch eine ausgeprägte Lichtempfindlichkeit, eitriger Ausfluss, ein einseitig stark gerötetes Auge oder Beschwerden bei getragenen Kontaktlinsen sollten nicht allein mit künstlichen Tränen behandelt werden. Bei diesen Zeichen muss eine andere oder zusätzliche Erkrankung ausgeschlossen werden.

Die passende Therapie besteht häufig aus mehreren Bausteinen: einer geeigneten Befeuchtung, der Behandlung entzündeter Lidränder, einer Anpassung belastender Gewohnheiten und bei Bedarf einer verschreibungspflichtigen Behandlung. Entscheidend ist, dass die Massnahmen zur festgestellten Ursache passen und bei anhaltenden Beschwerden kontrolliert werden.

Häufige Fragen zur Behandlung trockener Augen beim Augenarzt

Wie lange dauert es, bis eine Behandlung trockener Augen wirkt?

Das hängt von der Ursache und der gewählten Behandlung ab. Künstliche Tränen können Beschwerden oft rasch lindern, während sich eine Lidrandentzündung oder gereizte Augenoberfläche meist erst durch eine konsequente Behandlung über längere Zeit bessert.

Welche Augentropfen sind bei trockenen Augen die richtigen?

Das passende Präparat richtet sich danach, wie häufig du tropfen musst, wie stark die Beschwerden sind und ob Kontaktlinsen getragen werden. Bei regelmässiger Anwendung sind konservierungsmittelfreie Tropfen häufig besser verträglich, die konkrete Auswahl sollte aber mit dem Augenarzt oder der Apotheke abgestimmt werden.

Kann man trockene Augen dauerhaft heilen?

Eine dauerhafte Heilung ist nicht bei jeder Ursache möglich, aber die Beschwerden lassen sich oft deutlich kontrollieren. Entscheidend ist, auslösende Faktoren zu reduzieren und eine festgestellte Lidrandstörung, Entzündung oder Grunderkrankung gezielt behandeln zu lassen.

Was kostet die Untersuchung trockener Augen beim Augenarzt?

Die Kosten hängen vom Umfang der Untersuchung, der Behandlung und dem jeweiligen Versicherungssystem ab. Routinemässige Untersuchungen und medizinisch notwendige Therapien können anders behandelt werden als zusätzliche Leistungen, deshalb solltest du bei kostenpflichtigen Zusatzangeboten vorher nachfragen.

Sind rote Augen-Tropfen eine geeignete Behandlung bei trockenen Augen?

Solche Tropfen können eine Rötung kurzfristig verändern, beheben aber in der Regel nicht die Ursache trockener Augen. Bei häufiger oder längerer Anwendung können sie die Beschwerden sogar ungünstig beeinflussen, weshalb befeuchtende Präparate und eine ärztliche Abklärung meist sinnvoller sind.

Wann reichen künstliche Tränen nicht mehr aus?

Wenn die Beschwerden trotz passender Tropfen anhalten, zunehmen oder den Alltag beeinträchtigen, sollte der Augenarzt die Ursache erneut prüfen. Starke Schmerzen, plötzlich schlechteres Sehen, ausgeprägte Lichtempfindlichkeit oder ein deutlich gerötetes einseitiges Auge müssen rasch abgeklärt werden.

Zusammenfassung
  • Platziere den Bildschirm so, dass du leicht nach unten blickst. Dadurch ist die Lidspalte oft etwas kleiner und die Augenoberfläche weniger stark der Raumluft ausgesetzt.
  • Unterbrich längere Bildschirmphasen regelmässig und blicke bewusst in die Ferne. Häufiges vollständiges Blinzeln verteilt den Tränenfilm besser als ein starrer Blick auf den Monitor.
  • Richte Heizungen, Ventilatoren und Klimaanlagen nicht direkt auf das Gesicht. Zugluft kann die Verdunstung deutlich verstärken.
  • Lüfte regelmässig und achte bei sehr trockener Raumluft auf eine angemessene Luftfeuchtigkeit. Das Gerät zur Befeuchtung sollte sauber gehalten werden.
  • Trage Kontaktlinsen nicht länger als empfohlen. Bei Beschwerden ist eine Pause sinnvoll, bis die Augen wieder reizfrei sind oder der Augenarzt eine andere Empfehlung gibt.
  • Vermeide Rauch und andere Reizstoffe. Sie können die Bindehaut zusätzlich belasten.

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