Für Freitag angekündigter starker Wind oder Sturm ist ein guter Anlass, Wohnung, Haus und Außenbereich kurz zu prüfen. Mit wenigen Handgriffen lassen sich mögliche Schäden oft deutlich verringern. Vorrang haben dabei die Stellen, an denen der Wind besonders schnell angreift: lose Gegenstände, Fenster und Türen, der Balkon, der Garten sowie alles draußen, das umkippen oder davongetragen werden könnte.
Der erste Blick: Was bei Wind am ehesten zur Gefahr wird
Gehen Sie vor dem Sturm einmal durch die Räume und schauen Sie nach allem, was locker steht, hängt oder draußen lagert. Schon leichte Gegenstände können bei Böen zu Schaden führen, wenn sie auf Möbel, Scheiben oder Nachbargrundstücke geweht werden. Besonders wichtig sind Dinge, die leicht vom Wind erfasst werden oder Wasser abbekommen könnten.
- Blumentöpfe, Kübel und Deko auf Balkon und Terrasse
- Gartenmöbel, Klappstühle und leichte Tische
- Lose Gegenstände auf Fensterbänken und im Hof
- Markisen, Sonnenschirme und Wäscheleinen
- Baumaterial, Werkzeug oder Kisten im Freien
Balkon und Terrasse in wenigen Minuten sichern
Auf Balkon und Terrasse beginnt die Vorbereitung am besten mit allem, was rollen, kippen oder wegrutschen kann. Stellen Sie leichte Möbel möglichst windgeschützt ab oder räumen Sie sie nach innen. Größere Gegenstände sollten eng zusammenstehen, damit sie nicht gegeneinander schlagen.
Pflanzkübel bleiben am besten dort, wo sie nicht direkt in der Zugluft stehen. Kleine Töpfe kommen in einen Kasten, eine Schale oder direkt ins Innere. Hängende Deko, leichte Lampions und Tischdecken nehmen Sie am besten komplett ab. Auch ein Sonnenschirm gehört geschlossen, gesichert und nach Möglichkeit eingelagert.
Fenster, Türen und Rollläden richtig vorbereiten
Fenster und Türen sollten vor dem Sturm einmal geprüft werden. Schließen Sie alle Fenster vollständig, auch Kippfenster, weil Winddruck dort besonders unangenehm werden kann. Rollläden können helfen, wenn sie stabil sind und richtig sitzen. Offene oder halb geöffnete Rollläden sollten Sie besser ganz hoch- oder ganz herunterfahren, damit nichts klappert oder beschädigt wird.
Kontrollieren Sie auch Terrassen- und Balkontüren, Nebeneingänge und Garagentore. Alles, was nicht gebraucht wird, sollte fest verschlossen sein. Wenn Fensterrahmen oder Dichtungen ohnehin schon locker wirken, ist jetzt nicht der Moment für Experimente. Dann hilft vor allem, die betroffene Stelle geschlossen zu halten und nach dem Sturm gezielt zu prüfen.
Was drinnen gesichert werden sollte
Auch in der Wohnung selbst gibt es ein paar Stellen, die bei starkem Wind Aufmerksamkeit brauchen. Leichte Deko auf Fensterbänken, Unterlagen auf Regalen nahe dem Fenster und Pflanzen in dünnen Übertöpfen können verrutschen oder umfallen, wenn Fenster und Türen stark bewegt werden. Räumen Sie solche Dinge besser etwas tiefer oder weiter weg von Glasflächen.
Bei Dachfenstern, Wintergärten oder Räumen mit vielen Glasflächen lohnt sich ein zusätzlicher Blick auf lockere Gegenstände. Alles, was herunterfallen könnte, sollte auf einer festen Fläche stehen. Elektrische Geräte gehören nicht direkt an Stellen, an denen Wasser durch Undichtigkeiten eindringen könnte.
Garten, Hof und Einfahrt aufräumen
Im Außenbereich zählt jedes Teil, das vom Wind erfasst werden kann. Stapeln Sie Gartenstühle, Auflagen, Planen oder leichte Geräte so, dass sie nicht frei stehen. Mülltonnen sollten geschlossen und möglichst windgeschützt stehen. Wer eine Regentonne, einen kleinen Pavillon oder ein Gewächshaus hat, prüft zusätzlich die Standfestigkeit.
Auch herumliegende Äste, Bretter und kleinere Werkstücke sollten weggeräumt werden. Solche Dinge sind nicht nur für das eigene Grundstück ein Risiko. Sie können auch Gehwege, Nachbarflächen oder Autos treffen. Wenn Zeit knapp ist, haben lose und leichte Gegenstände Vorrang.
Auto, Fahrrad und wichtige Dinge im Freien
Steht das Auto draußen, ist ein geschützter Platz sinnvoll, aber nicht immer verfügbar. Dann hilft es, die Umgebung um das Fahrzeug herum frei zu machen. Entfernen Sie alles, was auf das Auto fallen könnte, und achten Sie auf Äste, Bauzäune oder lose Abdeckungen. Fahrräder sichern Sie am besten an einem festen Punkt oder stellen sie in einen Raum, der nicht direkt offen zum Wind steht.
Besonders vorsichtig sollten Sie mit Abdeckplanen sein. Sie sind nur dann sinnvoll, wenn sie wirklich fest sitzen. Sonst wirken sie wie ein Segel. Deshalb lieber ganz entfernen oder zuverlässig fixieren.
So gehen Sie in der richtigen Reihenfolge vor
- Alle Fenster und Türen im Haus schließen.
- Leichte Gegenstände von Balkon, Terrasse und Fensterbänken ins Innere holen.
- Gartenmöbel, Schirme und Deko sichern oder einlagern.
- Mülltonnen, Fahrräder und lose Teile im Außenbereich prüfen.
- Rollläden und Nebeneingänge kontrollieren.
- Zum Schluss noch einmal kurz durch den direkten Außenbereich gehen.
Diese Fehler kosten oft unnötig Zeit
Viele sichern nur die großen Dinge und übersehen Kleinteile. Gerade leichte Unterlagen, Blumenschalen, Spielzeug oder kleine Werkzeuge fliegen aber besonders schnell weg. Ein weiterer häufiger Fehler ist, Rollläden halb offen zu lassen. Das kann bei Böen klappern, ziehen oder im ungünstigen Fall die Mechanik belasten.
Auch zu viel auf einmal umzuräumen bringt wenig, wenn die wichtigsten Stellen vergessen werden. Besser ist ein kurzer, klarer Rundgang mit Prioritäten. Erst alles weg, was fliegen kann, dann alles fest schließen, dann die besonders empfindlichen Bereiche prüfen.
Nach dem Sturm wieder sicher zurück zur Normalität
Wenn der Wind nachlässt, sollten Sie Außenbereich, Balkon und Fensterrahmen erst einmal kurz kontrollieren. Achten Sie auf lose Teile, heruntergefallene Äste, verschobene Gegenstände und mögliche Schäden an Pflanzen, Abdeckungen oder Möbeln. Öffnen Sie Fenster und Türen erst dann wieder, wenn nichts mehr dagegen spricht.
Falls ein Gegenstand trotz Vorbereitung beschädigt wurde, sichern Sie die Stelle zunächst selbst, soweit das ohne Risiko möglich ist. Danach lässt sich in Ruhe entscheiden, ob etwas ersetzt, repariert oder neu befestigt werden muss.
Lose Gegenstände gezielt vor dem Aufziehen des Winds prüfen
Bei einer Sturmwarnung lohnt sich ein kurzer Rundgang durch alle Bereiche, in denen Dinge leicht verrutschen, kippen oder wegfliegen können. Gemeint sind nicht nur offensichtlich leichte Teile, sondern auch alles, was durch Böen ins Wanken gerät oder andere Gegenstände anschiebt. Wer hier sauber arbeitet, reduziert das Risiko von Schäden deutlich und spart sich spätere Aufräumarbeit.
Beginnen Sie mit den Dingen, die ohne Werkzeug oder große Mühe weggeräumt werden können. Dazu gehören Pflanzenuntersetzer, kleinere Dekorationen, Kissen, Spielzeug, Gießkannen, Mülltonnen und lose Abdeckungen. Auch schwere Gegenstände sollten Sie prüfen, denn bei starkem Wind reicht manchmal ein ungünstiger Winkel, damit etwas umkippt oder rollt.
- Leichte Gegenstände in geschützte Innenräume bringen.
- Mittelschwere Teile eng an eine Wand oder in eine Nische stellen.
- Alles, was rollen kann, fest verkeilen oder zusätzlich beschweren.
- Mehrteilige Sets so lagern, dass nichts auseinanderweht.
Technik, Steckdosen und Stromquellen im Haus absichern
Neben Möbeln und Dekorationen sollten Sie auch elektrische Geräte und Stromquellen im Blick haben. Eine Sturmwarnung ist ein guter Zeitpunkt, um Außensteckdosen, Verlängerungskabel und Geräte mit Netzanschluss zu kontrollieren. Feuchtigkeit, Nässe und herabfallende Gegenstände können hier schnell zu Folgeschäden führen.
Trennen Sie im Außenbereich alles vom Strom, was nicht zwingend in Betrieb bleiben muss. Achten Sie darauf, dass Stecker, Mehrfachleisten und Kabel nicht auf dem Boden liegen bleiben, wenn Wasser eindringen könnte. Im Haus selbst sollten empfindliche Geräte an einem sicheren Platz stehen, nicht direkt unter Fenstern und nicht an Stellen, an denen Scheiben oder herabfallende Teile sie treffen können.
- Außengeräte ausschalten und vom Netz nehmen.
- Kabel aufwickeln und trocken verstauen.
- Empfindliche Geräte weiter weg von Fenstern platzieren.
- Powerbanks, Akkus und Ladegeräte geordnet lagern.
Vorräte, Dokumente und Notfallmaterial griffbereit halten
Auch wenn der Schwerpunkt auf dem Sichern liegt, sollten Sie wichtige Dinge so ordnen, dass Sie sie bei Bedarf schnell finden. Dazu zählen Ausweise, Versicherungsunterlagen, Medikamente, Taschenlampen, Ersatzbatterien, Wasser und ein geladenes Mobiltelefon. Wer solche Dinge schon vor dem Wetterumschwung zusammenlegt, vermeidet hektisches Suchen, falls es später dunkel wird oder der Strom ausfällt.
Packen Sie am besten eine kleine griffbereite Sammelstelle an einem trockenen Ort. Dort können Sie alles ablegen, was im Ernstfall sofort erreichbar sein muss. Sinnvoll ist auch eine kurze Liste mit wichtigen Rufnummern auf Papier, falls das Handy nicht mehr verfügbar ist. Für Haushalte mit Kindern oder pflegebedürftigen Personen lohnt sich zusätzlich ein fester Platz für Medikamente, Ladegeräte und persönliche Unterlagen.
- Ausweise und Versicherungsunterlagen geschützt ablegen.
- Taschenlampe und Ersatzbatterien bereitlegen.
- Wasser, Snacks und Medikamente sichtbar ordnen.
- Handys vollständig laden und Powerbanks anschließen.
Drinnen Schäden vorbeugen, bevor der Wind richtig anzieht
Schließen Sie nicht nur Fenster und Türen, sondern achten Sie auf alles, was durch Luftzug in Bewegung geraten kann. Dazu gehören offene Schranktüren, lose Vorhänge, herumliegende Papierstapel und Gegenstände auf Fensterbänken. Gerade bei starkem Wind sind es oft kleine Dinge, die später Ärger machen, weil sie kippen, zerbrechen oder blockieren.
Räumen Sie empfindliche Gegenstände aus der direkten Nähe von Glasflächen. Stellen Sie Glasvasen, Dekofiguren und Pflanzen besser an eine geschützte Innenwand. Prüfen Sie außerdem, ob Dachfenster, Kellerzugänge und Nebeneingänge wirklich vollständig geschlossen sind. Wer mehrere Ebenen des Hauses oder der Wohnung nutzt, sollte alle Räume einmal systematisch durchgehen, statt sich nur auf den Haupteingang zu verlassen.
- Fensterbänke leeren und Vorhänge sichern.
- Schrank- und Zimmertüren schließen.
- Wertvolle oder zerbrechliche Dinge aus Zugluftzonen nehmen.
- Keller, Dachboden und Nebenräume kontrollieren.
Häufige Fragen
Wie schnell sollte ich auf eine Sturmwarnung reagieren?
Am besten handeln Sie sofort, noch bevor der Wind deutlich zunimmt. Wer früh beginnt, sichert empfindliche Gegenstände ohne Zeitdruck und vermeidet unnötige Schäden.
Was gehört bei Wind zuerst nach drinnen?
Leichte und lose Gegenstände haben Vorrang, etwa Blumentöpfe, Sitzkissen, Gartengeräte oder Dekoration. Alles, was rollen, kippen oder fliegen kann, sollte zuerst in einen geschützten Raum.
Muss ich den Balkon vollständig leer räumen?
Nein, aber alles, was nicht fest verankert ist, sollte weg oder tief und windgeschützt stehen. Auch kleine Dinge wie Kerzenhalter, Untersetzer oder Pflanzschalen werden bei Böen schnell zum Problem.
Wie sichere ich Fenster und Rollläden am besten?
Fenster sollten geschlossen und nach Möglichkeit verriegelt sein. Rollläden fahren Sie besser herunter, aber nicht mit Gewalt bis zum Anschlag, wenn das Modell dafür nicht ausgelegt ist.
Sollte ich Markisen oder Sonnenschirme extra schützen?
Ja, diese Teile reagieren besonders empfindlich auf Wind. Markisen gehören eingefahren, Sonnenschirme geschlossen und nach Möglichkeit zusätzlich verstaut oder gesichert.
Was mache ich mit Möbeln auf Terrasse oder im Garten?
Leichte Stühle, Hocker und Tische bringen Sie in einen Innenraum oder stellen sie windgeschützt und eng zusammen. Schwerere Möbel sollten Sie zusätzlich so positionieren, dass sie nicht kippen oder wegrollen können.
Ist es sinnvoll, das Auto in die Garage zu fahren?
Wenn eine Garage oder ein überdachter Platz verfügbar ist, lohnt sich das sehr. Steht das Fahrzeug draußen, sollten Sie es nicht unter Bäumen oder neben losen Gegenständen parken.
Wie gehe ich mit Fahrrad, Mülltonnen und Gartengeräten um?
Fahrräder sichern Sie mit Schloss und, wenn möglich, stellen Sie sie windgeschützt ab. Mülltonnen, Leitern, Besen und Werkzeuge gehören hinter eine feste Wand oder in einen Schuppen.
Welche Dinge im Haus sollte ich zusätzlich überprüfen?
Schließen Sie alle Fensterläden, sichern Sie Dachfenster und prüfen Sie lose Gegenstände an Regalen, Fensterbänken oder in Fluren. Auch Kerzen, Glasvasen und schwere Bilderrahmen sollten so stehen, dass sie bei Erschütterung nicht herunterfallen.
Was ist nach dem Ende des Unwetters wichtig?
Warten Sie ab, bis der Wind spürbar nachlässt, bevor Sie hinausgehen. Danach kontrollieren Sie Balkon, Garten, Einfahrt und Dachbereich in Ruhe und räumen alles erst dann wieder auf, wenn keine lose Gefahr mehr besteht.
Fazit
Eine gute Vorbereitung dauert oft nur wenige Minuten, spart aber im Ernstfall viel Aufwand. Wer leichte Gegenstände, Möbel und Öffnungen zuerst absichert, reduziert das Risiko deutlich. Danach bleibt nur noch, die Lage ruhig zu beobachten und erst nach dem Abklingen des Winds wieder draußen weiterzumachen.
