Maulwurf oder Wühlmaus – wie erkennt man den Unterschied?

Lesedauer: 7 Min
Aktualisiert: 15. Juli 2026 05:08

Maulwurf und Wühlmaus hinterlassen im Garten sehr unterschiedliche Spuren. Ein Maulwurf schiebt meist hohe, rundliche Erdhaufen auf und frisst vor allem Würmer und andere Bodentiere. Wühlmäuse legen dagegen eher flache Erdauswürfe an, beschädigen Pflanzenwurzeln und können Obstbäume oder Stauden zum Absterben bringen.

Am sichersten erkennst du den Unterschied nicht nur am Hügel, sondern an der Kombination aus Gang, Öffnung, Fraßspuren und Inhalt der Erde. Bevor du etwas unternimmst, solltest du deshalb einen Gang freilegen und prüfen, wie schnell er wieder verschlossen wird.

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

Maulwürfe leben überwiegend unter der Erde und suchen dort nach Nahrung. Ihre Gänge dienen hauptsächlich der Jagd. Wühlmäuse nutzen ihre unterirdischen Röhren als Wege und Aufenthaltsort und fressen dabei Wurzeln, Knollen, Zwiebeln und Rinde.

  • Maulwurfshügel sind meist höher, gleichmäßiger und kegelförmig. Die Erde wirkt fein und locker.

  • Wühlmaushaufen sind oft niedriger, unregelmäßiger und seitlich neben dem Gang verteilt.

  • Beim Maulwurf liegt der Gang häufig direkt unter dem Hügel.

  • Bei der Wühlmaus befindet sich der Eingang oft etwas versetzt neben dem Erdhaufen.

  • Wurzelschäden, angenagte Knollen oder absterbende Pflanzen sprechen eher für Wühlmäuse.

  • Maulwürfe verursachen normalerweise keine Fraßschäden an Pflanzen.

So sehen Maulwurfshügel aus

Ein Maulwurf schiebt die Erde von unten nach oben und bildet dadurch einen vergleichsweise hohen, runden Hügel. Die Oberfläche ist häufig gleichmäßig, der eigentliche Eingang liegt nicht sichtbar oben auf dem Haufen. Je nach Boden kann der Hügel unterschiedlich groß sein, die Form bleibt aber meist deutlich aufgeworfen.

Maulwürfe können innerhalb kurzer Zeit mehrere Hügel anlegen. Das bedeutet nicht automatisch, dass Pflanzen geschädigt werden. Beim Graben lockern sie den Boden sogar auf. Störend sind vor allem die Haufen auf Rasenflächen, Beeten oder Wegen.

Wenn du einen Hügel vorsichtig zur Seite schiebst, findest du darunter oft einen senkrechten Zugang zum Gang. Die Erde stammt aus tieferen Schichten und enthält deshalb häufig keine Pflanzenteile. Dieses Merkmal ist jedoch nicht allein beweiskräftig, weil auch Wühlmäuse Erde aus ihren Röhren auswerfen können.

Woran du Wühlmausspuren erkennst

Wühlmäuse hinterlassen in vielen Gärten flachere und eher unauffällige Erdhaufen. Die Erde liegt oft seitlich neben dem Gang und kann mit Wurzeln oder Pflanzenresten vermischt sein. Die Öffnung ist häufig oval und nicht sauber in der Mitte des Haufens angelegt.

Besonders aussagekräftig sind Fraßspuren. Fehlen bei einer Staude plötzlich die Wurzeln, sitzen Tulpenzwiebeln locker im Boden oder wird ein junger Obstbaum trotz ausreichender Wasserversorgung schwach, solltest du Wühlmäuse in Betracht ziehen. An Wurzeln sind manchmal glatte, schräg wirkende Nagespuren zu erkennen.

Auch oberirdische Hinweise sind möglich. Pflanzen können ohne erkennbare Ursache welken, sich leicht aus der Erde ziehen lassen oder zunächst nur einseitig austreiben. Bei Obstbäumen und Sträuchern kann angenagte Rinde im unteren Bereich auf einen Befall hindeuten. Solche Schäden können allerdings auch durch andere Tiere oder Pflegefehler entstehen.

Der Gangtest bringt mehr Sicherheit

Ein freigelegter Gang hilft bei der Unterscheidung. Entferne an einer unauffälligen Stelle vorsichtig ein kurzes Stück der Gangdecke, ohne den gesamten Bereich umzuwühlen. Verschließe die Öffnung anschließend locker mit Erde.

Vorgehensweise
1Wähle einen Gang in der Nähe eines verdächtigen Haufens oder einer geschädigten Pflanze.
2Lege etwa eine kurze Handspanne des Tunnels frei.
3Drücke die Erde nur locker zurück, damit ein Tier den Gang wieder nutzen kann.
4Kontrolliere die Stelle am nächsten Tag und nochmals nach kurzer Zeit.

  1. Wähle einen Gang in der Nähe eines verdächtigen Haufens oder einer geschädigten Pflanze.

  2. Lege etwa eine kurze Handspanne des Tunnels frei.

  3. Drücke die Erde nur locker zurück, damit ein Tier den Gang wieder nutzen kann.

  4. Kontrolliere die Stelle am nächsten Tag und nochmals nach kurzer Zeit.

Wird die Öffnung schnell wieder verschlossen, spricht das eher für einen aktiven Wühlmausgang. Maulwürfe öffnen beschädigte Gänge ebenfalls wieder, benötigen dafür aber oft etwas länger. Der Test ist deshalb ein hilfreicher Hinweis, aber kein absoluter Nachweis.

Hügel, Gang und Fraßspuren richtig vergleichen

Ein einzelnes Merkmal reicht selten aus. Entscheidend ist das Gesamtbild rund um die betroffene Stelle. Suche deshalb nicht nur nach dem größten Erdhaufen, sondern prüfe mehrere Spuren im Garten.

  • Hoher, runder Hügel ohne Pflanzenteile: eher Maulwurf.

  • Flacher Haufen mit seitlichem Gang: eher Wühlmaus.

  • Keine angefressenen Wurzeln und keine welken Pflanzen: eher kein Hinweis auf Wühlmausfraß.

  • Abgenagte Wurzeln, Zwiebeln oder Rinde: deutlicher Hinweis auf Wühlmäuse.

  • Viele gleichmäßig verteilte Hügel auf einer Rasenfläche: häufig Maulwurfsaktivität.

  • Schäden direkt an Gemüse, Stauden oder Obstgehölzen: Wühlmäuse wahrscheinlicher.

Was du beim Maulwurf beachten musst

Maulwürfe stehen in Deutschland unter besonderem Schutz. Du darfst sie nicht töten, fangen oder aus ihrem Lebensraum entfernen. Auch beim Einsatz von Fallen oder Mitteln zur Vertreibung ist Vorsicht nötig, weil Tiere verletzt werden können.

Wenn dich die Hügel stören, kannst du die Erde abtragen und für Blumenerde, Beete oder zum Ausbessern von Unebenheiten verwenden. Eine dauerhafte Vertreibung ist nicht immer möglich. Geräusche, Gerüche oder andere Hausmittel wirken außerdem nicht bei jedem Tier gleich und können die Aktivität lediglich an eine andere Stelle verlagern.

Was gegen Wühlmäuse im Garten hilft

Bei Wühlmäusen steht der Schutz gefährdeter Pflanzen im Vordergrund. Junge Obstbäume und empfindliche Zwiebelpflanzen lassen sich beim Einsetzen mit einem stabilen Wühlmausschutz aus feinmaschigem Draht sichern. Der Schutz muss ausreichend tief reichen und oben so abschließen, dass die Tiere nicht seitlich unter die Pflanze gelangen.

Bei bereits geschädigten Pflanzen solltest du zunächst die Wurzeln kontrollieren. Entferne stark beschädigte Exemplare, sofern sie sich nicht mehr erholen können, und setze neue Pflanzen nicht unmittelbar in denselben ungeprüften Gangbereich. Wurzeln und Knollen sollten vor dem Einsetzen auf Nagespuren untersucht werden.

Fallen können eine Möglichkeit sein, wenn sie sachgerecht eingesetzt werden. Sie müssen regelmäßig kontrolliert werden und dürfen keine Gefahr für Kinder, Haustiere oder geschützte Tiere darstellen. Giftköder sind besonders problematisch, weil sie auch andere Tiere gefährden können. Bei starkem Befall oder Unsicherheit ist fachkundige Unterstützung sinnvoll.

Prüfliste für die Bestimmung im Beet

  • Ist der Erdhaufen hoch und rund oder flach und seitlich verteilt?

  • Liegt der Gang direkt unter dem Hügel oder neben der Auswurfstelle?

  • Findest du Wurzeln, Zwiebeln oder Rinde mit Nagespuren?

  • Lassen sich geschädigte Pflanzen leicht aus der Erde ziehen?

  • Wird ein vorsichtig geöffneter Gang wieder verschlossen?

  • Sind Kinder, Haustiere oder geschützte Tiere durch geplante Maßnahmen gefährdet?

Erst wenn mehrere Hinweise zusammenpassen, solltest du dich für eine Maßnahme entscheiden. Bei einem Maulwurf geht es meist darum, die Hügel zu akzeptieren oder möglichst schonend mit ihnen umzugehen. Bei Wühlmäusen müssen dagegen gefährdete Pflanzen geschützt und weitere Fraßschäden verhindert werden.

Fragen und Antworten zu Maulwurf- und Wühlmausspuren

Fressen Maulwürfe die Wurzeln von Pflanzen?

Maulwürfe ernähren sich hauptsächlich von Würmern, Insektenlarven und anderen Bodentieren. Direkte Fraßschäden an Wurzeln sind daher normalerweise kein typisches Zeichen für einen Maulwurf.

Kann ein Maulwurf auch flache Hügel machen?

Die Form hängt unter anderem von Bodenart und Feuchtigkeit ab, deshalb sind Hügel nicht immer perfekt kegelförmig. Ein flacher Haufen allein beweist noch keine Wühlmaus; Gangverlauf und mögliche Wurzelschäden sollten zusätzlich geprüft werden.

Wie sehen Wühlmauslöcher aus?

Wühlmauslöcher liegen häufig seitlich neben einem flachen Erdhaufen und wirken eher oval. Der Eingang kann teilweise von Pflanzenresten oder lockerer Erde verdeckt sein.

Sind Wühlmäuse und Feldmäuse dasselbe?

Nein, es handelt sich um unterschiedliche Nagetiergruppen. Wühlmäuse leben überwiegend in unterirdischen Gängen, während Feldmäuse häufiger oberirdisch unterwegs sind und andere Spuren hinterlassen können.

Was hilft bei Maulwurfshügeln auf dem Rasen?

Du kannst die lockere Erde gleichmäßig verteilen oder abtragen und für andere Gartenarbeiten verwenden. Der Rasen lässt sich anschließend nachsäen, sofern die Oberfläche eingeebnet und nicht dauerhaft nass ist.

Wann sollte ein Fachbetrieb helfen?

Unterstützung ist sinnvoll, wenn viele Pflanzen ausfallen, ein Obstgehölz gefährdet ist oder du die Tierart nicht sicher bestimmen kannst. Das gilt besonders dann, wenn der Einsatz von Fallen oder anderen Maßnahmen geplant ist.

Der nächste sinnvolle Schritt

Beobachte zuerst die Form der Haufen, lege einen einzelnen Gang vorsichtig frei und kontrolliere nahe Pflanzen auf Wurzelschäden. So lässt sich meist ohne unnötige Eingriffe einschätzen, ob du es eher mit einem geschützten Maulwurf oder mit pflanzenschädigenden Wühlmäusen zu tun hast.

Zusammenfassung
  • Maulwurfshügel sind meist höher, gleichmäßiger und kegelförmig. Die Erde wirkt fein und locker.
  • Wühlmaushaufen sind oft niedriger, unregelmäßiger und seitlich neben dem Gang verteilt.
  • Beim Maulwurf liegt der Gang häufig direkt unter dem Hügel.
  • Bei der Wühlmaus befindet sich der Eingang oft etwas versetzt neben dem Erdhaufen.
  • Wurzelschäden, angenagte Knollen oder absterbende Pflanzen sprechen eher für Wühlmäuse.
  • Maulwürfe verursachen normalerweise keine Fraßschäden an Pflanzen.

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