Kratzer oder kaputte Beschichtung? So erkennst du den Unterschied bei Brillengläsern

Lesedauer: 16 Min
Aktualisiert: 10. Juni 2026 06:56

Ein feiner Kratzer fühlt sich anders an als eine beschädigte Beschichtung, und genau daran lässt sich der Unterschied oft schon am Verhalten des Glases erkennen. Wer richtig hinschaut, spart sich unnötige Vermutungen und weiß schneller, ob eine Reinigung reicht oder ob das Glas wirklich ein Fall für Optiker oder Austausch ist.

Der wichtigste Anhaltspunkt ist die Oberfläche: Bleibt die Spur an der äußersten Schicht hängen, spricht viel für eine Beschädigung der Beschichtung. Siehst du dagegen eine klare Linie, die wie in das Glas selbst gezogen wirkt, ist eher ein Kratzer im Material wahrscheinlich.

Woran du zuerst hinschauen solltest

Der Blick auf das Glas unter einer hellen Lampe bringt oft mehr als jedes Rätselraten. Dreh die Brille langsam und achte darauf, ob der auffällige Bereich seine Form verändert, ob er nur bei bestimmten Winkeln sichtbar wird oder ob er dauerhaft im Bild steht. Eine beschädigte Beschichtung wirkt häufig fleckig, wolkig oder wie abgehobene Haut. Ein Kratzer zeigt sich eher als schmale, durchgehende Linie.

Auch der Ort hilft bei der Einschätzung. An der Innenseite der Gläser entstehen Beschädigungen oft durch falsche Reinigung, aggressive Tücher oder Rückstände von Kosmetik und Haarspray. Außen sind Stöße, Sandkörner oder das Ablegen ohne Etui typische Auslöser. Liegt die Stelle im Randbereich, übersieht man sie leicht, obwohl sie im Alltag trotzdem stören kann.

Ein kleines Hilfsmittel ist Wasser. Benetze das Glas leicht und beobachte, ob der Fleck plötzlich weniger sichtbar wird. Verschwindet er, war es möglicherweise nur Schmutz oder eine Rückstandsablagerung. Bleibt die Stelle unverändert, geht es eher um eine echte Oberflächenveränderung.

So unterscheidest du die beiden Schäden im Alltag

Eine beschädigte Beschichtung und ein Kratzer verhalten sich beim Sehen meist unterschiedlich. Die Beschichtung sorgt für Entspiegelung, Härte oder Schmutzabweisung. Geht sie kaputt, wirkt die Stelle oft matt, milchig oder leicht schlierig. Das ist besonders bei Lichtquellen, Displays oder nächtlichem Autofahren auffällig, weil die betroffene Fläche Streulicht erzeugt.

Ein Kratzer im Glas selbst zieht dagegen eher eine feste Linie durch das Sichtfeld. Das kann beim Blick auf Schrift, Kanten oder helle Flächen deutlich auffallen. Manche Kratzer sind kaum sichtbar, stören aber trotzdem, weil das Auge ständig daran hängen bleibt. Andere sind zwar optisch deutlich, beeinträchtigen die Sicht aber erstaunlich wenig, solange sie außerhalb der Hauptblickzone liegen.

Ein häufiger Irrtum: Nicht jede hell glänzende Spur ist ein Kratzer. Manchmal sind es Rückstände von Reinigungsmitteln, Kalk, Fett oder ein angetrockneter Film auf der Beschichtung. Erst wenn sich die Stelle nach gründlicher Reinigung nicht verändert, lohnt sich die nähere Prüfung.

Hilfreich ist eine kleine Abfolge ohne viel Aufwand: Erst trockenes Abwischen mit einem sauberen Mikrofasertuch, dann unter Wasser oder mit geeignetem Reinigungsmittel säubern, anschließend gegen eine starke Lichtquelle prüfen. Bleibt die Stelle sichtbar und wirkt sie wie fest im Material verankert, ist die Chance auf einen echten Defekt deutlich höher.

Typische Ursachen und warum sie oft verwechselt werden

Brillengläser sind empfindlicher, als viele denken. Die Oberfläche kann durch Staubpartikel, Kleidung, Papiertaschentücher oder falsche Tücher beschädigt werden, weil kleine Körnchen wie Schleifmittel wirken. Gerade bei beschichteten Gläsern reicht schon wiederholtes Reiben mit ungeeigneten Tüchern, um die Schutzschicht stumpf zu machen.

Beschichtungen reagieren außerdem auf Wärme, Chemie und Alterung. Wer die Brille im heißen Auto liegen lässt, sie mit Haushaltsreinigern putzt oder sehr alte Gläser trägt, sieht manchmal keine einzelne Schadstelle, sondern ein flächiges Problem. Dann wirkt das Glas insgesamt ungeklärt, leicht trüb oder an manchen Stellen schillernd. Das wird gern mit Kratzern verwechselt, obwohl die Ursache ganz woanders liegt.

Besonders tückisch sind sogenannte Spannungsrisse oder feine Oberflächenrisse, die bei bestimmten Lichteinfällen wie Kratzer aussehen können. Sie entstehen eher durch Materialstress, Temperaturwechsel oder mechanische Belastung. Wer in so einem Fall nur auf den sichtbaren Strich schaut, übersieht die eigentliche Ursache.

Was du selbst prüfen kannst, ohne das Glas zu beschädigen

Die sichere Reihenfolge ist einfach: reinigen, trocknen, beleuchten, vergleichen. Nimm lauwarmes Wasser, etwas mildes Spülmittel, falls nötig, und spüle groben Schmutz erst einmal ab. Danach mit einem sauberen, weichen Tuch nur leicht trocknen. Starkes Rubbeln bringt wenig und macht es oft schlimmer.

Vorgehensweise
1Wasche zuerst die Hände gründlich, damit keine Sandkörner oder Fettreste auf das Glas kommen.
2Spüle die Brille mit lauwarmem Wasser ab, um lose Partikel zu entfernen.
3Schau dir das Glas bei diffusem Licht an, nicht nur direkt unter einer Lampe.
4Drehe die Brille langsam und beobachte, ob die Spur ihre Form behält oder nur im Licht aufblitzt.
5Vergleiche beide Gläser und prüfe, ob die Stelle eher oberflächlich oder tief wirkt.

Schau dann durch das Glas auf eine helle, gleichmäßige Fläche. Eine weiße Wand, ein Bildschirm mit hellem Hintergrund oder eine Lampe im Abstand können helfen. Bewege die Brille langsam. Eine Beschädigung der Beschichtung schimmert häufig unruhig, während ein Kratzer meist als klare Linie stehen bleibt.

Prüfe außerdem, ob beide Gläser gleich betroffen sind. Sind die Muster spiegelbildlich oder an ähnlichen Stellen vorhanden, steckt manchmal ein Pflegeproblem dahinter. Ist nur ein Glas betroffen, spricht das eher für einen einzelnen Stoß, eine lokale Belastung oder einen Herstellungsfehler.

Praxisnah hilft auch ein Vergleich mit einer zweiten Brille, falls vorhanden. Eine optisch ähnliche Stelle am anderen Glas ist ein Hinweis auf Schmutz oder Abnutzung durch dieselbe Reinigung. Nur eine einzelne, stets gleiche Stelle deutet eher auf echten Schaden hin.

Was die Art des Schadens für deine Sicht bedeutet

Ein kleiner Makel an der Randzone nervt oft weniger, als er optisch vermuten lässt. Liegt die Stelle aber im Zentrum des Sehbereichs, macht schon ein kleiner Kratzer das Lesen, Arbeiten am Bildschirm oder Autofahren anstrengender. Das Auge versucht ständig auszugleichen, und genau das kostet Aufmerksamkeit.

Eine beschädigte Beschichtung sorgt dagegen häufig für Lichtstreuung. Das merkt man besonders abends, bei Regen, Gegenverkehr oder LED-Licht. Die Brille wirkt dann zwar äußerlich nur leicht angegriffen, aber die Wahrnehmung ist im Alltag spürbar schlechter. Manche beschreiben das als Schimmern, Schleier oder kleine Lichtwolken.

Auch das ist wichtig: Nicht jede optische Störung rechtfertigt sofort einen Austausch. Ist die Beeinträchtigung gering und sitzt weit außen, kann man mit dem Zustand oft eine Weile leben. Sobald die Sicht aber dauerhaft leidet oder Kopfschmerzen dazukommen, sollte ein Optiker das Glas prüfen.

So gehst du bei Unsicherheit vor

Wenn du nicht sicher bist, ob es nur die Beschichtung oder schon das Glas selbst ist, geh systematisch vor. Erst die Verschmutzung ausschließen, dann die Lichtprüfung machen, danach die Auswirkung im Alltag beobachten. Das erspart falsche Schlüsse und verhindert, dass man aus einem kleinen Pflegeproblem gleich einen großen Defekt macht.

  • Glas mit Wasser abspülen und vorsichtig reinigen
  • Unter hellem Licht aus mehreren Winkeln prüfen
  • Mit dem Finger nicht über die Stelle reiben
  • Im Alltag auf Blendung, Schleier oder Linien achten
  • Bei anhaltender Störung Optiker oder Fachbetrieb einbeziehen

Wichtig ist dabei vor allem Geduld. Manche Schäden zeigen sich nur unter bestimmten Bedingungen, etwa bei direktem Sonnenlicht oder bei Bildschirmbeleuchtung. Andere fallen nur beim Blick durch die obere oder untere Glaszone auf, weil dort die Verzeichnung stärker wahrgenommen wird.

Wann Reinigung hilft und wann sie nichts mehr bringt

Reinigung hilft, wenn die Stelle aus Fett, Staub, Kalk oder Reinigungsresten besteht. Dann verschwindet der Eindruck oft schon nach einem sorgfältigen Waschen. Auch leicht anhaftende Filmbildungen lassen sich so manchmal vollständig entfernen.

Reinigung bringt nichts mehr, wenn die Oberfläche selbst verändert ist. Dann bleibt die Stelle auch nach gründlichem Waschen sichtbar, fühlt sich glatt oder hartnäckig an und verändert sich beim Drehen im Licht kaum. Ein echter Kratzer bleibt ein Kratzer, und eine beschädigte Beschichtung lässt sich leider nicht wieder „glatt putzen“.

Praxisnah ist es, die Brille nach jeder Reinigung erst einmal trocknen zu lassen und dann aus normaler Sehdistanz zu prüfen. Wer sofort beurteilt, sieht oft nur nasse Lichtreflexe und landet schnell bei der falschen Diagnose.

Wann ein Optiker sinnvoll ist

Ein Optiker ist dann sinnvoll, wenn die Stelle im Sichtfeld liegt, die Beschwerden zunehmen oder du wissen willst, ob sich eine Reparatur, Kulanz oder ein Austausch lohnt. Gerade bei hochwertigen Gläsern lohnt sich die Einschätzung, weil nicht jeder sichtbare Makel dieselbe Bedeutung hat. Manche Gläser lassen sich problemlos weitertragen, andere sollten ersetzt werden, bevor die Belastung für die Augen steigt.

Auch bei unklaren Fällen mit mutmaßlicher Herstellungsursache kann eine Fachprüfung helfen. Wenn die Beschichtung sehr früh ausfällt, mehrere ähnliche Stellen zeigt oder beide Gläser ungewöhnlich gleich betroffen sind, sollte das dokumentiert und angesprochen werden. Fotos unter verschiedenen Lichtwinkeln sind dabei oft nützlicher als ein einziger Schnappschuss.

Ist die Brille noch recht neu und die Oberfläche wirkt ungewöhnlich angegriffen, kann auch ein Material- oder Pflegeproblem dahinterstecken. Dann lohnt sich der Gang zum Fachgeschäft besonders, weil man dort meist schnell erkennt, ob es sich um einen Einzelfall oder um ein systematisches Problem handelt.

Wie du deine Gläser künftig besser schützt

Die beste Vorbeugung ist erstaunlich unspektakulär: erst spülen, dann wischen, danach wegräumen. Sand, Staub und feine Partikel gehören nicht unter das Tuch, sonst wird aus jeder Reinigung ein kleiner Schleifgang. Ein Etui schützt zusätzlich, besonders in Tasche, Auto oder Rucksack.

Verzichte auf Küchenpapier, Hemdzipfel oder trockene Taschentücher. Das wirkt im Alltag bequem, ist für beschichtete Gläser aber oft eine schlechte Idee. Auch aggressive Reiniger, Alkohol und heißes Wasser können die Oberfläche angreifen. Wer regelmäßig putzt, sollte lieber mit geeignetem Brillenreiniger arbeiten und das Tuch sauber halten.

Ein weiterer Punkt ist die Lagerung. Die Brille gehört nicht mit den Gläsern nach unten auf Tischplatten, Spülenränder oder Armaturen. Schon ein harter Untergrund reicht aus, um feine Spuren zu hinterlassen. Das klingt banal, ist aber einer der häufigsten Gründe für kleine Schäden, die später wie ein Rätsel wirken.

Ein paar typische Alltagsfälle

Ein Büroangestellter bemerkt am Bildschirm einen hellen Schlierenbereich auf dem rechten Glas. Unter Wasser verschwindet er nicht, aber beim Drehen im Licht wandert er leicht und wirkt milchig. Das passt eher zu einer angegriffenen Beschichtung als zu einem tiefen Kratzer.

Eine Pendlerin entdeckt nach einer Bahnfahrt einen feinen Strich im linken Glas, genau dort, wo sie beim Lesen auf die Unterkante schaut. Nach der Reinigung bleibt die Linie unverändert sichtbar und stört vor allem beim Blick auf Text. Das spricht eher für einen echten Kratzer im Material oder eine tiefer liegende Beschädigung.

Ein dritter Fall: Nach dem Reinigen bleiben mehrere fast wolkige Stellen übrig, die nur bei Lampenlicht auffallen. Im normalen Tageslicht sieht die Brille fast unauffällig aus. Solche Muster passen häufig zu einer gealterten oder gelösten Beschichtung und weniger zu einem einzelnen Stoß.

Wer solche Unterschiede einmal gesehen hat, erkennt sie beim nächsten Mal viel schneller. Genau darum lohnt sich eine saubere Prüfung statt vorschneller Annahmen.

Woran du die Schadensart am Glasrand und im Gegenlicht erkennst

Ein sauberer erster Check gelingt am besten bei gutem Licht. Halte das Brillenglas leicht schräg und bewege es langsam vor einer hellen, einfarbigen Fläche. So zeigen sich feine Linien, matte Stellen und abgelöste Schichten deutlicher als im normalen Alltag. Kratzer verlaufen meist als einzelne, klar abgrenzbare Linien. Eine beschädigte Beschichtung wirkt häufiger wie eine Fläche, die stumpf, milchig, fleckig oder unregelmäßig schimmernd aussieht.

Achte besonders auf den Glasrand. Dort beginnt eine beschädigte Schicht oft zuerst, vor allem wenn das Glas häufig mit Tüchern, Fingern oder trockenen Rückständen bearbeitet wurde. Bei echten Kratzern ist die Linie meist auch dann noch sichtbar, wenn du den Blickwinkel änderst. Eine angegriffene Beschichtung kann dagegen je nach Lichteinfall fast verschwinden und dann wieder als schillernde Zone auftauchen.

Hilfreich ist auch der Vergleich mit dem zweiten Glas der Brille. Sind beide Gläser ähnlich betroffen, liegt die Ursache oft in der Pflege oder in einem Reinigungsprodukt. Ist nur eine Seite beschädigt, spricht das eher für einzelne mechanische Einwirkungen.

Was die Oberflächenstruktur über den Schaden verrät

Die Oberfläche liefert oft mehr Hinweise als der erste Blick vermuten lässt. Ein Kratzer fühlt sich, vorsichtig mit trockenen Fingerspitzen geprüft, meist wie eine unterbrochene Rille an. Eine defekte Beschichtung wirkt dagegen eher gleichmäßig rau, stumpf oder wie ein Film, der sich gelöst hat. Dabei sollte das Glas nicht stark berührt werden, damit keine neuen Spuren entstehen.

Besonders aufschlussreich sind feine Muster. Viele kleine, parallele Linien deuten eher auf Wischspuren oder abrasive Reinigung hin. Unregelmäßige Inseln, kleine Ränder oder abplatzende Zonen sprechen stärker für eine beschädigte Schicht. Manche Beschichtungen lösen sich an den Stellen, an denen das Glas oft Wärme, Schweiß oder aggressiven Reinigern ausgesetzt war, und hinterlassen ein fleckiges Bild, das nicht wie ein einzelner Kratzer wirkt.

  • Einzelne, durchgehende Linien: eher Kratzer.
  • Milchige, matte oder schillernde Flächen: eher angegriffene Beschichtung.
  • Abplatzende Ränder oder Inseln: häufig Schichtschaden.
  • Mehrere feine Spuren in eine Richtung: oft Wisch- oder Reibespuren.

Schritt für Schritt prüfen, ohne das Glas weiter zu belasten

Bevor du an Reinigung oder Austausch denkst, lohnt sich eine schonende Prüfung in einer festen Reihenfolge. So vermeidest du zusätzlichen Druck auf empfindliche Oberflächen und bekommst ein klareres Bild.

  1. Wasche zuerst die Hände gründlich, damit keine Sandkörner oder Fettreste auf das Glas kommen.
  2. Spüle die Brille mit lauwarmem Wasser ab, um lose Partikel zu entfernen.
  3. Schau dir das Glas bei diffusem Licht an, nicht nur direkt unter einer Lampe.
  4. Drehe die Brille langsam und beobachte, ob die Spur ihre Form behält oder nur im Licht aufblitzt.
  5. Vergleiche beide Gläser und prüfe, ob die Stelle eher oberflächlich oder tief wirkt.
  6. Trockne erst danach mit einem weichen, sauberen Tuch, falls keine Partikel mehr vorhanden sind.

Ein wichtiger Test ist die Sicht auf ein gleichmäßiges Muster, etwa eine Wand mit feiner Struktur oder einen Text mit klaren Linien. Kratzer stören oft punktuell und ziehen die Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Stelle. Eine beschädigte Beschichtung macht das Bild eher insgesamt unruhig, vor allem durch Schleier, Reflexe oder eine fleckige Transparenz.

Was du mit Reinigung noch verbessern kannst

Manche Spuren sehen schlimmer aus, als sie sind. Getrocknete Rückstände von Spray, Hautfett, Kalk oder Reinigungsmittel können wie Schäden wirken. Deshalb lohnt sich eine gründliche, aber sanfte Reinigung vor jeder weiteren Bewertung. Verwende am besten Wasser, ein mildes Spülmittel ohne aggressive Zusätze und ein sauberes Mikrofasertuch, das nicht sandig oder verschmutzt ist.

Wichtig ist die Reihenfolge. Erst lösen, dann abspülen, danach behutsam trocknen. Wer trocken über das Glas reibt, verteilt oft feine Partikel und erzeugt neue Spuren. Auch ungeeignete Mittel wie Glasreiniger mit Alkohol, Küchenpapier oder Kleidungsstoffe sind bei empfindlichen Beschichtungen keine gute Wahl. Bleiben die Stellen nach der schonenden Reinigung unverändert sichtbar, liegt meist mehr als nur Schmutz vor.

  • Wasser spült Partikel ab, bevor sie reiben.
  • Mildes Spülmittel löst Fett und Hautreste.
  • Ein weiches Tuch verhindert neue Schleifspuren.
  • Starker Druck verschlimmert vorhandene Oberflächenschäden.

Was bei Alltagsfolgen zählt und wann ein Austausch sinnvoll wird

Für die Sicht ist nicht nur wichtig, ob ein Schaden vorhanden ist, sondern wie stark er den Blick beeinträchtigt. Ein einzelner feiner Kratzer am Rand kann im Alltag kaum auffallen, solange er nicht im zentralen Sehbereich liegt. Eine beschädigte Beschichtung stört dagegen oft durch Reflexe, Lichtstreuung und einen dauerhaften Schleier, besonders abends beim Autofahren oder am Bildschirm.

Ein Austausch ist naheliegend, wenn du die Brille trotz sauberem Glas ständig neu ausrichten musst, weil Lichtquellen blenden oder Texte unsauber wirken. Das gilt auch, wenn die Oberfläche optisch immer unruhiger wird oder die Schicht weiter aufbricht. Bei hoch entspiegelten, gehärteten oder stark beschichteten Gläsern lässt sich eine abgelöste Schicht in der Regel nicht sinnvoll reparieren. Dann bringt nur ein neues Glas wieder eine klare Sicht.

Prüfe außerdem, ob der Schaden im Alltag sicherheitsrelevant ist. Stört er das Sehen beim Treppensteigen, beim Radfahren, im Straßenverkehr oder bei präziser Arbeit, sollte die Brille nicht lange weiterverwendet werden. Sobald die Sicht spürbar nachlässt, ist eine Kontrolle beim Optiker die beste Entscheidung.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich den Unterschied zwischen einem Kratzer und einer beschädigten Beschichtung?

Ein Kratzer ist meist als feine Linie sichtbar oder fühlbar und bleibt oft an derselben Stelle, auch wenn du das Glas drehst. Eine beschädigte Beschichtung zeigt sich eher als flächige Stelle, als Schimmer, als milchiger Rand oder als Abschälung, die sich bei bestimmten Blickwinkeln deutlicher bemerkbar macht.

Kann ich einen Kratzer mit Reinigung entfernen?

Echte Kratzer verschwinden durch Reinigung nicht, weil Material fehlt. Entfernst du Schmutz oder Fett, wird die Stelle höchstens besser sichtbar, aber nicht wieder glatt.

Wie teste ich vorsichtig, ob nur die Beschichtung betroffen ist?

Reinige das Glas zuerst mit lauwarmem Wasser und einem Tropfen mildem Spülmittel, dann trockne es mit einem sauberen Mikrofasertuch. Schau anschließend gegen eine helle Lichtquelle und bewege die Brille langsam, denn Beschädigungen an der Beschichtung verändern ihr Aussehen je nach Winkel deutlich stärker als tiefe Kratzer.

Wann spricht das Bild im Glas eher für eine kaputte Beschichtung?

Typisch sind matte Flecken, kleine Abplatzungen am Rand, feine Schlieren oder Bereiche, die wie gealtert wirken. Bei entspiegelten Gläsern fällt außerdem häufig ein unruhiges Spiegelbild oder ein fleckiger Glanz auf.

Ist es gefährlich, mit beschädigten Gläsern weiter zu sehen?

Meist ist es nicht gefährlich, aber das Sehen kann anstrengender werden, weil Kontraste und Klarheit leiden. Bei starker Beschädigung, Doppelbildern oder deutlich verzerrtem Blick solltest du die Gläser prüfen lassen.

Hilft Zahnpasta oder Hausmittel gegen solche Schäden?

Davon ist abzuraten, weil viele Hausmittel die Oberfläche weiter angreifen. Besonders bei beschichteten Brillengläsern können Scheuermittel, Alkohol oder aggressive Reiniger den Zustand verschlechtern.

Warum entstehen Beschädigungen an der Beschichtung so oft an den gleichen Stellen?

Häufig sind die Bereiche betroffen, die beim Reinigen viel Druck bekommen oder die beim Ablegen auf rauen Flächen aufliegen. Auch Hitze, trockene Reibung mit dem Tuch und falsche Aufbewahrung setzen der Schicht zu.

Was mache ich, wenn ich bei meiner Brille unsicher bin?

Vergleiche beide Gläser unter gleichem Licht und prüfe, ob die Stelle auf einem oder auf beiden Gläsern auftaucht. Bleibt die Ursache unklar, ist ein kurzer Blick beim Optiker sinnvoll, weil dort Materialschäden und Schichtprobleme meist schnell eingeordnet werden können.

Kann eine beschädigte Beschichtung neu aufgetragen werden?

Bei fertigen Brillengläsern lässt sich die alte Schicht in der Regel nicht einfach reparieren. In vielen Fällen bleibt nur der Austausch des Glases, wenn die Oberfläche dauerhaft beeinträchtigt ist.

Wie verhindere ich neue Schäden im Alltag am besten?

Spüle die Gläser vor dem Putzen erst mit Wasser ab, damit Staub und Sand nicht über die Oberfläche gerieben werden. Verwende ein weiches Tuch, bewahre die Brille im Etui auf und lege sie nie mit den Gläsern nach unten ab.

Wann sollte ich die Gläser lieber ersetzen lassen?

Wenn die Sicht dauerhaft trüb bleibt, die Oberfläche großflächig angegriffen ist oder sich die Beschichtung sichtbar ablöst, lohnt sich ein Austausch. Das gilt auch dann, wenn du die Brille nach der Reinigung ständig neu prüfen musst, weil die Stelle immer wieder auffällt.

Fazit

Ein echter Kratzer und eine beschädigte Beschichtung sehen ähnlich aus, verhalten sich beim Drehen im Licht aber oft unterschiedlich. Mit sauberer Reinigung, gezieltem Blick und einem kurzen Vergleich beider Gläser findest du meist schnell heraus, was vorliegt. Bleibt die Stelle sichtbar oder beeinträchtigt sie die Sicht, ist ein Optikerbesuch oder ein Glastausch der saubere Weg.

Zusammenfassung
  • Glas mit Wasser abspülen und vorsichtig reinigen
  • Unter hellem Licht aus mehreren Winkeln prüfen
  • Mit dem Finger nicht über die Stelle reiben
  • Im Alltag auf Blendung, Schleier oder Linien achten
  • Bei anhaltender Störung Optiker oder Fachbetrieb einbeziehen

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