Zigarren bleiben nur dann aromatisch und gleichmäßig abbrennbar, wenn Temperatur und Luftfeuchtigkeit möglichst stabil sind. Für die meisten Zigarren ist eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 65 bis 72 Prozent sinnvoll. Kurzfristige Schwankungen sind meist unproblematisch, doch trockene Heizungsluft, direkte Sonne und starke Temperaturwechsel können das Deckblatt und das Aroma beeinträchtigen.
Am zuverlässigsten gelingt die Aufbewahrung in einem passenden Humidor. Für wenige Zigarren reicht zunächst ein kleiner Reisehumidor oder eine dicht schließende Aufbewahrungsbox mit geeignetem Befeuchtungssystem. Eine offene Schublade oder eine normale Kunststofftüte schützt dagegen weder vor Austrocknung noch vor unerwünschten Gerüchen.
Der richtige Aufbewahrungsort
Ein Humidor sollte an einem ruhigen, schattigen Platz stehen. Direkte Sonneneinstrahlung erwärmt das Innere und lässt die Feuchtigkeit stärker schwanken. Auch Heizkörper, Fensterbänke, warme Dachböden und Räume mit häufig wechselnder Luftfeuchtigkeit sind ungeeignet.
Ideal ist eine möglichst konstante Raumtemperatur. Hohe Wärme beschleunigt die Alterung des Tabaks und kann die Entwicklung von Tabakkäfern begünstigen. Sehr kalte Räume sind ebenfalls keine gute Wahl, weil sich beim Wechsel in einen warmen Raum Kondenswasser bilden kann.
Humidor vorbereiten und einrichten
Ein neuer Holzhumidor sollte nicht sofort mit Zigarren gefüllt werden. Das Holz muss sich zunächst an die gewünschte Luftfeuchtigkeit anpassen. Andernfalls nimmt es Feuchtigkeit aus der Umgebung auf und entzieht sie anschließend den Zigarren.
- Entferne Staub und Verpackungsreste aus dem Innenraum.
- Setze ein geeignetes Befeuchtungssystem ein und befülle es nach dessen Anleitung.
- Lege ein zuverlässiges Hygrometer in den Humidor.
- Schließe den Deckel und kontrolliere die Anzeige über mehrere Tage.
- Lege die Zigarren erst hinein, wenn sich die Feuchtigkeit stabilisiert hat.
Die genaue Einlaufzeit hängt vom Material, der Größe und der Bauweise des Humidors ab. Entscheidend ist nicht ein einzelner Messwert direkt nach dem Schließen, sondern eine über mehrere Tage stabile Anzeige.
Hygrometer prüfen und Feuchtigkeit kontrollieren
Ein Hygrometer zeigt nur dann eine brauchbare Orientierung, wenn es richtig arbeitet. Digitale Modelle sind im Alltag meist leicht abzulesen, während analoge Anzeigen gelegentlich nachjustiert werden müssen. Eine Kalibrierung oder ein Vergleich mit einem geprüften Messgerät hilft, grobe Abweichungen zu erkennen.
Zu hohe Feuchtigkeit kann Schimmel begünstigen und die Zigarren weich oder schwer entzündbar machen. Bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit trocknen sie aus, verlieren an Elastizität und brennen häufig zu schnell oder ungleichmäßig ab. Verändere die Befeuchtung deshalb nicht hektisch, sondern in kleinen Schritten.
Zigarren richtig einlegen
Lege die Zigarren mit etwas Abstand zueinander in den Humidor. Die Luft muss zwischen den einzelnen Stücken zirkulieren können. Eine sehr dicht gepackte Lagerung erschwert die gleichmäßige Befeuchtung.
Verschiedene Zigarrenarten oder besonders stark aromatische Sorten sollten möglichst getrennt aufbewahrt werden. Tabak kann Gerüche aufnehmen und Aromen an benachbarte Zigarren weitergeben. Die Originalfolie oder ein Zedernholzstreifen kann sinnvoll sein, wenn die Zigarren getrennt bleiben sollen. Plastikverpackungen sollten nur dann verwendet werden, wenn sie zur jeweiligen Lagerungsmethode passen und die Feuchtigkeitsregulierung nicht behindern.
Was bei trockenen Zigarren hilft
Trockene Zigarren sollten nicht innerhalb weniger Stunden stark befeuchtet werden. Eine abrupte Feuchtigkeitszufuhr kann dazu führen, dass sich das Deckblatt ungleichmäßig ausdehnt und aufreißt. Lege sie stattdessen in einen korrekt eingestellten Humidor und gib ihnen Zeit, Feuchtigkeit langsam aufzunehmen.
Wie lange die Erholung dauert, hängt vom Zustand der Zigarre ab. Ist sie nur leicht trocken, kann sich ihre Beschaffenheit nach einigen Tagen verbessern. Stark ausgetrocknete Zigarren erreichen ihr ursprüngliches Aroma und ihre frühere Brenneigenschaft jedoch nicht immer vollständig.
Schimmel, Tabakkäfer und andere Warnzeichen
Weißlicher, gleichmäßiger Reif auf dem Deckblatt kann sich leicht von Schimmel unterscheiden lassen, ist für Laien aber nicht immer eindeutig zu beurteilen. Flaumige, fleckige oder grünlich wirkende Beläge sowie ein modriger Geruch sprechen dafür, die betroffene Zigarre sofort aus dem Humidor zu entfernen.
Bei kleinen dunklen Bohrlöchern oder feinem Tabakstaub besteht der Verdacht auf Tabakkäfer. Prüfe in diesem Fall den gesamten Bestand und trenne auffällige Zigarren von den übrigen. Eine weitere Lagerung sollte erst erfolgen, wenn die Ursache geklärt und der Humidor gründlich kontrolliert wurde.
Häufige Fehler bei der Zigarrenlagerung
- Die Zigarren werden in einer offenen Schachtel aufbewahrt und trocknen langsam aus.
- Der Humidor steht neben einer Heizung oder in direkter Sonne.
- Das Befeuchtungsmittel wird mit Leitungswasser betrieben, obwohl der Hersteller ein anderes Wasser vorsieht.
- Die Feuchtigkeit wird täglich stark verändert, weil einzelne Messwerte überbewertet werden.
- Schimmelverdächtige Zigarren bleiben zwischen unauffälligen Exemplaren liegen.
Verwende bei Befeuchtungssystemen ausschließlich das dafür vorgesehene Mittel. Wasser, Schwämme oder improvisierte Behälter können die Feuchtigkeit unkontrolliert erhöhen und hygienische Probleme verursachen. Wenn du nur wenige Zigarren besitzt, ist ein kleiner, gut abgedichteter Humidor oft praktischer als ein großes Modell mit viel ungenutztem Raum.
Die passende Methode für kleine Bestände
Für einzelne Zigarren oder eine kleine Sammlung muss es nicht sofort ein großer Humidor sein. Ein hochwertiger Reisehumidor mit dichtem Verschluss eignet sich für kurze Zeiträume. Für längere Lagerung sollte die Befeuchtung zuverlässig regulierbar sein und die Anzeige regelmäßig kontrolliert werden.
Bewahre Zigarren nicht gemeinsam mit Kaffee, Gewürzen, Parfüm oder Reinigungsmitteln auf. Selbst eine geschlossene Kiste kann fremde Gerüche annehmen, wenn sie nicht vollständig geruchsdicht ist.
Woran du eine gute Lagerung erkennst
Eine gut gelagerte Zigarre fühlt sich leicht elastisch an und gibt bei vorsichtigem Druck etwas nach, ohne weich oder schwammig zu wirken. Das Deckblatt sollte glatt und unbeschädigt sein. Beim Anschneiden sollte die Zigarre nicht bröseln, und beim Rauchen sollte sie gleichmäßig abbrennen.
Kontrolliere den Humidor regelmäßig, aber öffne ihn nicht ohne Anlass ständig. Jede Öffnung verändert die Innenbedingungen. Ein kurzer Blick auf das Hygrometer und eine gelegentliche Prüfung der Zigarren reichen im Alltag meist aus.
Häufige Fragen zum richtigen Lagern von Zigarren
Kann man Zigarren auch ohne Humidor lagern?
Für eine sehr kurze Aufbewahrung kann eine dicht schließende Box mit geeignetem Befeuchtungssystem ausreichen. Eine offene Schachtel, eine Schublade oder eine normale Kunststofftüte schützt die Zigarren jedoch nicht zuverlässig vor Austrocknung und Fremdgerüchen.
Wie oft sollte man die Zigarren im Humidor kontrollieren?
Ein regelmäßiger Blick auf das Hygrometer und eine gelegentliche Prüfung der Zigarren genügen meist. Öffne den Humidor nicht ständig, weil dadurch die Innenbedingungen schwanken und Feuchtigkeit entweichen kann.
Darf man verschiedene Zigarren zusammen lagern?
Grundsätzlich ist das möglich, wenn im Humidor genügend Platz für die Luftzirkulation bleibt. Stark aromatische Sorten oder Zigarren mit sehr unterschiedlichen Aromen solltest du besser getrennt aufbewahren, damit sie sich nicht gegenseitig beeinflussen.
Was tun, wenn das Hygrometer ungewöhnliche Werte anzeigt?
Verlasse dich nicht sofort auf einen einzelnen Messwert, sondern prüfe zunächst die Position und die Funktion des Hygrometers. Ein Vergleich mit einem geprüften Messgerät oder eine Kalibrierung kann grobe Abweichungen sichtbar machen; die Befeuchtung solltest du anschließend nur schrittweise anpassen.
Kann man eine Zigarre mit Schimmel noch retten?
Bei einem flaumigen, fleckigen Belag oder modrigem Geruch solltest du die betroffene Zigarre sofort vom übrigen Bestand trennen. Da sich Schimmel nicht immer sicher von unbedenklichen Belägen unterscheiden lässt, sollte eine auffällige Zigarre nicht einfach zurück in den Humidor gelegt werden.
Wie lange bleiben Zigarren in einem Reisehumidor lagerfähig?
Ein Reisehumidor eignet sich vor allem für den Transport und die zeitlich begrenzte Aufbewahrung kleiner Bestände. Für eine längere Lagerung sind eine zuverlässig regulierbare Befeuchtung, ein dicht schließender Behälter und regelmäßige Kontrollen entscheidend; eine feste allgemeine Lagerdauer lässt sich ohne Angaben zum jeweiligen Modell und System nicht nennen.
